CLAUDE KARGER

Gestern am Erzähl ein Märchen-Tag war beim Durchforsten des Blätterwaldes natürlich der besonders kritische Blick geboten. Nicht, dass es da nicht jeden Tag nur so wimmelt von komischen Käuzen aller Couleur, aber einer war gestern weltweit der Star: „Die wilde Eule von Pumerend“, wie das „t“-online titelte. „Terror-oehoe“ versetzt den niederländischen Ort seit Wochen in Angst, wetzt das um die drei Kilo schwere Federviech doch nächtens mit Vorliebe seine Krallen an Passanten, auf die es lautlos einschwebt. Helme, Hüte und „Paraplus“ haben derzeit Hochkonjunktur in Pumerend. Experten meinen, der Jäger sei womöglich in Gefangenschaft aufgezogen worden und verbinde die Menschen nun mit Futter oder verteidige einfach nur sein Territorium. Wie dem auch sei: Der seltene Geselle, offenbar eine „Eurasian eagle-owl“, auch bekannt als „Grand-Duc d’Europe“, muss weg. Asyl finden könnte der größte nachtaktive Greifvogel auf dem Kontinent - wie es sich für einen echten Großherzog gehört - in Luxemburg. Da trifft es sich gut, dass das Umweltministerium gestern bei der Vorstellung der neuen Natura 2000 -Zonen die Sensibilisierungskampagne „De Grand-Duc d’Europe ass och an äerer Géigend“ gestartet hat. Uhuuu! Wir provisionieren schon mal „Paraplus“.