LUXEMBURG
JESSIE THILL

Vor einigen Tagen wählten „déi jonk gréng“ einen neuen Vorstand. Meris Sehovic (27) und Jessie Thill (23) werden die Jugendpartei in den nächsten zwölf Monaten als Co-Sprecher repräsentieren und treten beide für die Europawahlen an.

„Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück. Wir haben in den vergangenen Monaten unsere eigene junggrüne Wahlkampagne mit einem Schwerpunkt auf ökologischen, feministischen und drogenpolitischen Themen durchgeführt. Damit haben wir einen substanziellen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte geleistet. Viele unserer langjährigen Forderungen haben es in das Koalitionsabkommen geschafft wie zum Beispiel das geplante Verbot von Mikroplastik in Hygiene- und Kosmetikartikeln, die Schaffung eines legalen Rahmens für Wohngemeinschaften, die Reduzierung der Mehrwertsteuer für weibliche Hygieneprodukte, die Legalisierung von Cannabis oder eine feministische Außen- und Sicherheitspolitik. Zu letzterer veranstalten wir am 10. März um 13.00 in der Abtei Neumünster im Rahmen des Internationalen Frauentags eine Podiumsdiskussion mit Carole Dieschbourg, Yuriko Backes und Paulette Lenert, bei der wir über die Essenz und den möglichen Einfluss einer solchen Politik sprechen wollen.

Wir sind der Überzeugung, dass die Herausforderungen unserer Zeit wie beispielsweise die Klimakrise oder die Digitalisierung in unserer globalisierten Welt nur europäisch und multilateral angegangen werden können, womit ich auch bei der Priorität der nächsten Monate wäre: der Europawahl. Mit Tanja Duprez, Meris Sehovic und mir selbst besteht die Hälfte der grünen Liste aus junggrünen Kandidat*innen. Diese Europawahl stellt eine Richtungswahl dar. Werden EU-Skeptiker*innen und Rechtspopulist*innen, die Hass und Ängste schüren sowie unsere demokratischen Grundregeln mit Füßen treten, weiter an Zulauf gewinnen, oder geht diese Europawahl als Kehrtwende hin zu einem geeinten, demokratischen, sozial gerechten und ökologischen Europa in die Geschichte ein? Dabei gilt es, die Menschen mitzunehmen und gesellschaftliche und politische Mehrheiten für konsequenten Umweltschutz, eine biologische Landwirtschaft, eine Verkehrswende hin zu mehr kollektiver, schadstoffarmer und aktiver Mobilität sowie eine ambitionierte Klimaschutzpolitik herzustellen.

Die EU ist eine Wertegemeinschaft, deren Grundsätze wie Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit oder offene Grenzen immer stärker infrage gestellt werden. Wir wehren uns gegen diesen Trend und stehen für Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz. Auch treten wir für eine europäische Sozial- und Digitalpolitik ein, die keinen Menschen fallen lässt und von der alle profitieren. Europäische Bildungsprogramme müssen auf Azubis erweitert werden, und wir brauchen endlich eine gemeinsame europäische Geflüchtetenpolitik, die auf humanitären Grundsätzen basiert.“