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Kein weiterer Coronavirus-Todesfall in Luxemburg - Zahl der Infizierten steigt auf 1.099

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Luxemburg liegt nunmehr bei 1.099, das sind 224 mehr als noch am Vortag. Einen weiteren Toten gab es indes nicht zu vermelden, so dass es vorerst bei acht Corona-bedingten Todesfällen in Luxemburg bleibt.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ergreifen die Regierungen in Europa derweil immer schärfere Maßnahmen. Nach langem Zögern schwenkte nun am Montagabend auch der britische Premierminister Boris Johnson auf den Kurs anderer europäischer Länder ein und schränkt das öffentliche Leben in seinem Land drastisch ein. Zuvor hatten Kritiker gewarnt, Großbritannien könnte von der Pandemie noch härter getroffen werden als Italien.

Großbritannien ändert seinen Kurs

Der britische Premierminister Johnson wies seine Landsleute in einer Rede an die Nation an, die eigenen vier Wände nur noch so wenig wie möglich zu verlassen. Alle Läden, die nicht zur Grundversorgung dienen, würden mit sofortiger Wirkung geschlossen. Sportliche Aktivitäten seien nur noch einmal am Tag und nur gemeinsam mit Mitgliedern desselben Haushalts erlaubt. Ansonsten dürfe das Haus nur noch für den Einkauf wesentlicher Dinge wie Lebensmittel und Medikamente und für den Weg zur Arbeit verlassen werden. Versammlungen von mehr als zwei Personen seien nicht mehr erlaubt und würden von der Polizei aufgelöst.

Kritiker der Regierung fordern seit langem schärfere Maßnahmen, um den Ausbruch einzudämmen. Sie fürchten, Großbritannien könnte noch härter getroffen werden als Italien, sollte der chronisch unterfinanzierte Nationale Gesundheitsdienst NHS unter der Last der Epidemie zusammenbrechen.

Die Regierung hatte sich zunächst gegen härtere Maßnahmen gesträubt. Zum einen wollte sie verhindern, dass der Ausbruch zu stark unterdrückt wird und im Herbst mit voller Wucht zurückkehrt. Zum anderen hoffte sie darauf, mit einer raschen Durchseuchung eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Von diesem Ansatz distanzierte sich die Regierung inzwischen und änderte ihren Kurs.

Frankreichs Premier Édouard Philippe kündigte im Fernsehen eine Verschärfung der Regeln an. Straßenmärkte würden weitgehend geschlossen sowie Sport und Spaziergänge mit Kindern weiter eingeschränkt. Die Ausgangsbeschränkungen könnten außerdem noch einige Wochen anhalten. Die Regeln gelten in ganz Frankreich seit vergangenem Dienstag und waren ursprünglich für 15 Tage angesetzt. Seitdem dürfen die Franzosen nur das Haus verlassen, wenn es unbedingt notwendig ist. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Regeln streng.

Künftig würden daher Spaziergänge mit Kindern und Sport vor der Tür auf maximal eine Stunde und einen Radius von einem Kilometer um das Wohnhaus begrenzt - und zwar einmal pro Tag, sagte Philippe. Es sei empfehlenswert, auf den Passierschein, den die Franzosen ausfüllen müssen, wenn sie das Haus verlassen, die entsprechende Uhrzeit zu vermerken. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Zahl der Toten um 186 auf 860 an.

In Italien, dem am stärksten von der Pandemie betroffenen Land, standen die Zeichen dagegen auf leichte Entspannung. Am Montag kletterte die Totenzahl den zweiten Tag in Folge etwas langsamer als zuvor. Die Behörden meldeten zwar immer noch rund 600 neue Corona-Opfer im Land. Doch der Anstieg war etwas geringer als am Sonntag. Schon da war vorsichtiger Optimismus aufgekommen. Insgesamt registrierte Italien bisher knapp 6.080 Tote infolge der Coronavirus-Pandemie.

Auch die Niederlande verschärften die Maßnahmen und verboten Veranstaltungen und Zusammenkünfte bis zum 1. Juni. Bei Zuwiderhandlungen könne die Polizei eingreifen und hohe Geldstrafen verhängen, hieß es.

Zahl der Virus-Opfer in Belgien steigt stark

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer in Belgien ist nach Behördenangaben von gestern deutlich gestiegen. Sie schnellte nach neuesten Zählungen um 34 auf 122 nach oben. Zuletzt lagen 1.859 Patienten mit Covid-19 in Krankenhäusern, 381 von ihnen auf Intensivstationen. Vier Prozent der inzwischen 4.269 Infizierten im Land seien Ärzte und Pflegekräfte, hieß es. Die Behörden appellierten angesichts der Entwicklung an die Bevölkerung, die Ausgangssperre tatsächlich einzuhalten und nur für wirklich nötige Wege das Haus zu verlassen. Die Beschränkungen seien „keine alternativen Ferien“, um im Park zu picknicken oder an die Küste oder in die Ardennen zu fahren, sagte ein Behördensprecher. „Bleiben Sie so viel wie möglich zu Hause.“ Auch dort können man sich mit kochen, lesen oder basteln sinnvoll betätigen.

Derweil sprachen sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Chinas Präsident Xi Jinping für einen Sondergipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) aus. Die beiden Präsidenten seien sich einig gewesen, dass ein Gipfel auf G20-Ebene unter Einbeziehung der Weltgesundheitsorganisation WHO nützlich wäre, um gemeinsam an der Behandlung von Covid-19 und einem Impfstoff zu arbeiten, teilte der Élyséepalast mit.

EU-Kommissarin rechnet mit flächendeckenden Grenzkontrollen

Die wegen der Corona-Krise eingeführten umfangreichen Grenzkontrollen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum dürften nach Einschätzung von EU-Kommissarin Adina Valean noch ausgeweitet werden. Sie rechne nicht damit, dass die Länder die Kontrollen an den Grenzen kurzfristig wieder einstellten, sagte die Verkehrskommissarin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). „Im Gegenteil. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit bis alle Staaten Grenzkontrollen einführen, ob wir das nun mögen oder nicht.“ Im Kampf gegen das Coronavirus hat mittlerweile mehr als die Hälfte der 26 Schengenstaaten scharfe Grenzkontrollen eingeführt. Die EU-Kommission hat vor allem die Sorge, der gemeinsame Binnenmarkt könnte zusammenbrechen.