LUXEMBURG
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Weshalb Luxemburg keine besseren Anti-Kollisionssysteme für Laster forcieren kann

Fürchterlich war der Unfall am vergangenen 6. Januar auf der A6 in Höhe von Strassen: ein Laster war in ein Stauende gerast und schob mehrere Fahrzeuge ineinander. Für zwei Fahrerinnen kam jede Hilfe zu spät. Die DP-Abgeordneten Carole Hartmann und Max Hahn haken nun in einer parlamentarischen Frage an Mobilitäts- und Bautenminister François Bausch nach, ob Lastwagen nicht obligatorisch mit einem Bremssystem ausgerüstet werden sollten, das sie sofort stoppt. Sie fragen nach mit Blick auf die seit November 2018 geltende EU-weite Verpflichtung, Brummis mit einem Antikollisionssystem auszurüsten, das die Geschwindigkeit des Fahrzeugs bei einem Zusammenstoßrisiko automatisch um 20 km/h drosselt, ohne es allerdings komplett zum Stillstand zu bringen. Erfahrungen aus Deutschland würden zeigen, dass das System oft von den Fahrern deaktiviert wird.

Europäischer Rahmen

Für den Minister wäre ein System wünschenswert, das Laster schnell unter allen Bedingungen zum völligen Stillstand bringt. Allerdings kann Luxemburg genauso wenig wie andere Mitgliedstaaten die Betreiber oder Besitzer von Lastern derzeit nicht verpflichten, noch bessere Bremssysteme in ihre Fahrzeuge einzubauen. Denn wenn diese und ihre Komponenten den Genehmigungsrahmen erfüllen, dürfen sie auch eingesetzt werden. Allerdings wird an verschärften Verpflichtungen gearbeitet, um die Sicherheit der Fahrer und der anderen Verkehrsteilnehmer besser zu gewährleisten.

Was die Kontrollen der Laster anbelangt, weist der Minister darauf hin, dass sie obligatorisch jedes Jahr zur technischen Kontrolle müssen und die Zulassung bei kleinen Mängeln auf sechs Monate begrenzt wird, auf 28 Tage bei größeren Mängeln und bei kritischen Problemen ganz entzogen wird.

Die Kontrollen im Verkehr fokussieren sich auf Sicherheitsaspekte wie den Zustand von Bremsen, Reifen und Beleuchtung sowie die Lärm- und Abgaspegel. SNCT und Zoll, die hier Hand in Hand arbeiten, haben 2019 übrigens insgesamt 1.028 Fahrzeuge kontrolliert, davon wiesen 55 größere oder kritische Mängel auf. Sie werden in der Regel sofort immobilisiert, bis ihr Zustand es wieder erlaubt, für die Straßen zugelassen zu werden. Derzeit sei nicht vorgesehen, strengere Strafen für Zuwiderhandlungen bei technischen oder Sicherheitsvorschriften anzuwenden, schreibt Minister Bausch.