LONDON/DEN HAAG
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Niederländer und Briten machen den Auftakt

Das Abschneiden von zwei wichtigen euroskeptischen Parteien hat gestern den Auftakt der viertägigen Europawahlen bestimmt. Mit Spannung wurde erwartet, wie stark die rechtsgerichtete UKIP in Großbritannien und die anti-europäische Partei für die Freiheit (PVV) des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders werden würden. In Großbritannien rechneten Demoskopen mit deutlichen Gewinnen für die UKIP, die vor allem mit einem EU-Austritt und dem Thema Zuwanderung Stimmung gemacht hat.

Wenig Interesse bei Holländern

Bei den Wahlen in den 28 EU-Ländern sind bis einschließlich Sonntag 400 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen. Das Gros der Unionsbürger wird erst an diesem Tag abstimmen.

Die Niederländer zeigten bis zum frühen Nachmittag wenig Interesse an der Abstimmung. Beim Kurznachrichtendienst Twitter erschienen zahlreiche Fotos von leeren Wahllokalen. Nach Informationen des niederländischen Fernsehens votierten bis dahin lediglich 15 Prozent der Wahlberechtigten. Bei der vorangegangenen Europawahl 2009 hatte die Beteiligung insgesamt bei knapp 37 Prozent gelegen.

Rund 12,5 Millionen Bürger waren in den Niederlanden aufgerufen, ihre 26 Abgeordneten für das Europaparlament zu bestimmen. Umfragen gingen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen der pro-europäischen, linksliberalen Partei D66 und der anti-europäischen PVV von Wilders aus.

Im traditionell europakritischen Großbritannien könnten die Rechtspopulisten ganz vorne liegen. Umfragen sahen die UKIP mit ihrem Vorsitzenden Nigel Farage mit bis zu 30 Prozent als stärkste politische Kraft. Die Briten bestimmen 73 der 751 Europaabgeordneten.

EVP laut Umfragen vorn

Nach den Niederländern und den Briten sind heute die Iren und Tschechen als nächstes bei der Europawahl an der Reihe.

Letzte Umfragen (Pollwatch und TNS Opinion) sehen derzeit die EVP mit 217 Mandaten als stärkste Fraktion im Parlament, gefolgt von den Sozialdemokraten (S&D) mit 199 bis 201 Abgeordneten.