LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Erstes „Aerowaves Dance Festival Luxembourg“ in Neimënster und in der Banannefabrik

Die Sommerwochen halten noch hinreichend Platz bereit für neue Kulturfestivals. Dieser Meinung sind das Centre de Création Chorégraphique TROIS C-L mit Sitz in der Bonneweger Banannefabrik und das Kulturzentrum Neimënster. Beide organisieren vom 3. bis 5. September die erste Auflage des „Aerowaves Dance Festival Luxembourg“.

Die Veranstaltung soll keinesfalls eine Eintagsfliege sein, sondern zu einem festen Bestandteil des kulturellen Sommerangebots werden. Die ist zumindest der Wunsch der Organisatoren. Man warte aber die erste Auflage ab, bis man sich konkret mit einer möglichen zweiten Auflage befasse, betont Bernard Baumgarten, künstlerischer Leiter des TROIS C-L. Dass die Tänzer nicht vor leeren Stühlen auftreten, daran zweifelt Neimënster-Direktorin Ainhoa Achutegui keine Sekunde: Nicht jeder sei dann im Urlaub, merkt sie an und ergänzt, dass es doch toll wäre, wenn das Festival eines Tages genauso etabliert wäre, wie die Wiltzer Freilichtbühne es heute bereits ist.

Internationale Plattform

„Aerowaves“-Tanzfestivals gibt es seit 1996 in ganz Europa: Damals gründete ein Hand voll Theaterdirektoren und Choreografen eine internationale Plattform, die es jungen Nachwuchstänzern und -choreografen ermöglichen sollte, sich einem sehr breiten Publikum zu zeigen. Dem Netzwerk gehören 45 Mitglieder an, in Luxemburg ist es Bernard Baumgarten.

Partner sind aber nur physische Personen; es sei nicht so, dass Vereinigungen als Partner fungieren dürften, unterstreicht Baumgarten. Sollte Baumgarten irgendwann als „Aerowaves“-Partner aufhören, übernimmt nicht automatisch ein anderes TROIS C-L -Mitglied seinen Posten.

Pro Jahr reichen einige hundert Choreografen ihre Dossiers bei „Aerowaves“ ein, über 600 waren es im vergangenen Jahr. Die Mitglieder stellen aus allen eingereichten Projekten eine „Priority List“ zusammen, die die zwanzig Hoffungsträger der europäischen Tanzszene führt; die allermeisten sind nur dem Fachpublikum bekannt.

Die Hoffnungsträger werden anschließend zu mehreren „Aerowaves“-Veranstaltungen eingeladen.

Im Frühjahr hatten Achutegui und Baumgarten die Gelegenheit, sich die in Luxemburg gezeigten Produktionen anzuschauen, neun sind es insgesamt, darunter auch „Against the flow“ der in Luxemburg lebenden Finnin Anu Sistonen.

Aerowaves sei eine der wichtigsten Plattformen für Choreografen in Europa, wenn nicht sogar auf der Welt, erklärt die Finnin, da müsse man einfach mitmachen.


www.danse.lu; www.neimenster.lu