DEN HAAG
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Kampf gegen Kulturgüterhandel: 18.000 beschlagnahmte Gegenstände

Zoll- und andere Strafverfolgungsbehörden aus 29 Ländern, koordiniert von der spanischen Guardia Civil und unterstützt von Europol, Interpol und der Weltzollorganisation (WZO), haben sich gegen den Handel mit Kulturgütern zusammengeschlossen.

Während der Operation Pandora III beauftragten die Strafverfolgungsbehörden Tausende von Polizei- und Zollbeamten, sich auf den Online-Markt und wichtige Hotspots zu konzentrieren, um die
Aktivitäten krimineller Gruppen, die an dieser Form des Handels beteiligt sind, zu unterbinden.

Insgesamt wurden 59 Personen verhaftet und über 18.000 Kulturgüter beschlagnahmt, darunter archäologische Gegenstände, Möbel, Münzen, Gemälde, Musikinstrumente und Skulpturen. Bei den Kontrollen wurden auch Gegenstände beschlagnahmt, die den Handel mit Kulturgütern erleichtern können, wie zum Beispiel Metalldetektoren.

Die meisten der während der Operation beschlagnahmten Objekte stammten aus europäischen Ländern; mehr als 30 Objekte kommen jedoch aus Ländern außerhalb Europas wie Kolumbien, Ägypten, Irak und Marokko.

Vor-Ort-Kontrollen in 29 Ländern

Die Bekämpfung des illegalen Online-Handels mit Kulturgütern ist eine zentrale Herausforderung. Kriminelle Gruppen nutzen digitale Plattformen wie Webseiten, Social Media und Messenger-Anwendungen, um kulturelle Artefakte illegaler Herkunft zu verkaufen.

Im Rahmen der Operation Pandora III wurde von der niederländischen Polizei im Rahmen einer Strafverfolgungsinitiative eine sogenannte Cyberpatrouillenwoche organisiert: 26 Experten aus 21 Ländern, von Europol, Interpol und WZO kartierten aktive Ziele und entwickelten Informationspakete. Insgesamt wurden 169 verdächtige Webseiten aufgedeckt, was zur Beschlagnahme von 682 Objekten führte.

Bereits vom 22. bis 30. Oktober 2018 führten 29 teilnehmende Länder zahlreiche Kontrollen durch: Durchsuchungen in Auktionshäusern, Kunstgalerien, Museen und Privathäusern, was zu 49 Verhaftungen und 67 Verwaltungsstrafen führte; Kontrollen an Häfen, Flughäfen und Grenzübergängen führten zu vier Verhaftungen, drei Verwaltungssanktionen und 201 beschlagnahmten Kulturgütern; Durchsuchungen an Hotspots (d.h. archäologischen Stätten), die zu sechs Verhaftungen, 49 Verwaltungssanktionen und 909 beschlagnahmten Kulturgütern führten.

Etwa 10.000 archäologische Artefakte wurden im Rahmen einer einzigen erfolgreichen Untersuchung der spanischen Behörden beschlagnahmt; 91 Keramikgegenstände und 109 antike Münzen wurden vom italienischen Carabinieri-Kommando zum Schutz des Kulturerbes in privaten Räumlichkeiten und Postzentren beschlagnahmt; in einer einzigen Untersuchung wurden 419 Kulturgegenstände von der polnischen Polizei beschlagnahmt. Die niederländische Polizei entdeckte eine Bibel aus dem 15. Jahrhundert, die vor über 25 Jahren in Deutschland gestohlen worden war. Diese seltene Ausgabe wurde beschlagnahmt und an Deutschland zurückgegeben; die rumänische Polizei beschlagnahmte 128 alte römische Militärgüter, 134 antike Keramiken und 189 Münzen (aus der hellenistischen, römischen Republikanischen und römischen Kaiserzeit), die aus archäologischen Stätten gestohlen worden waren. Der deutsche Zoll beschlagnahmte ein altes mesopotamisches Kristall-Siegel, das per Post nach Deutschland verschickt worden war. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.

Internationale Koordination

Angesichts der transnationalen Dimension dieser Kriminalität haben Europol, Interpol und WZO rund um die Uhr operative Koordinierungsstellen eingerichtet, um den Informationsaustausch zu unterstützen, Warnungen zu verbreiten und Gegenkontrollen in
verschiedenen internationalen und nationalen Datenbanken durchzuführen. Die Beamten nutzten die Interpol-Datenbank für gestohlene Kunstwerke, die während der Operation mehrere hundert Mal genutzt wurde. Experten von Europol, Interpol und WZO wurden ebenfalls eingesetzt, um im Laufe der Cyberpatrouillenwoche analytische Unterstützung vor Ort zu leisten.