LUXEMBURG
MARCO MENG

Dexia Asset Management zielt auf die Golfregion

Die Dexia Asset Management (DAM) mit ihrer Zentrale in Luxemburg plant, ein weiteres Büro im Mittleren Osten zu eröffnen. Nachdem man bereits 2006 die erste Niederlassung in der Golfregion, genauer: In Bahrein, eröffnete hatte und Ende 2011 eine weitere in Dubai, soll nun noch eine in Doha, der Hauptstadt Katars, entstehen.

Die endgültige Entscheidung dazu wird jedoch wohl erst gefällt, wenn die Übernahme der DAM durch die in Hong Kong ansässige GCS Capital unter Dach und Fach ist. Im Dezember letzten Jahres wurde zwischen der strauchelnden französisch-belgischen Dexia-Bank und dem Private Equity Fund GCS Capital eine Vereinbarung zur Übernahme der Dexia Asset Management in Höhe von 380 Millionen Euro unterzeichnet. Diese bedarf aber noch der Zustimmung der zuständigen Regulierungsbehörden.

BIL-Tochter musste verkauft werden

Erst nach dem von der EU-Kommission geforderten Verkauf diverser Beteiligungen der Dexia-Gruppe konnte zum Beispiel die BIL von einem Käufer übernommen werden. Sie ging zu 10% an den Staat Luxemburg, zu 90% an den katharischen Fonds Precision Capital. Die Dexia Asset Management gehörte zu 51% zur BIL und musste mit der Abspaltung aus dem Dexia-Konzern ebenso wie die RBC Dexia verkauft werden, damit die BIL die unter den Basel III-Regeln festgelegte Kapitalbasis erreichte. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 80 Milliarden Euro ist die Dexia Asset Management eine der großen europäischen Fondsgesellschaften mit Vertriebsniederlassungen in 25 Ländern weltweit. Rund drei Viertel ihrer Klientel sind institutionelle Kunden, also Banken, andere Fonds und Vermögensverwalter. Die DAM selbst bietet Aktien-, Renten- und Spezialitätenfonds an. In den Segmenten Sustainable and Responsible Investment (SRI) sowie Alternative Investments gilt sie als europäischer Marktführer. Das besondere bei der DAM ist, dass sie auf aktive Abstimmungsteilnahme bei Aktiengesellschaften, in die sie investiert hat, setzt. In Luxemburg hat die Dexia Asset Management etwa 60 Beschäftigte.
Kataris und Chinesen sind die
neuen Eigentümer der DAM
Hinter der GCS Capital sollen Investoren aus Katar und China stehen. GCS ist einer der Money Management Partner des größten chinesischen Kreditinstituts, der Industrial and Commercial Bank of China. Der Geschäftsführer des neuen DAM-Eigentümers in spe, GCS Capital, ist Huan Guocang, der einst Direktor der staatlichen Qatar Financial Centre Authority (QFCA) war, zuständig dafür, die Finanzindustrie in dem Golfstaat aufzubauen. Von der Dexia Asset Management gab es auf Nachfrage keine weitere Stellungnahme dazu, außer, dass der Mittlere Osten eine stark wachsende Region sei und darum natürlich auch von Interesse für Dexia Asset Management. „Und Doha“, so war von DAM zu hören, „mit seiner strategischen Position im Mittleren Osten, wäre eine der Optionen, die man bei einer Expansion unserer dortigen Präsenz ins Auge fassen müsste“.

Die ehemalige Mutter von BIL und Dexia Asset Management hat ihre Verluste unterdessen ausgeweitet: Sie bezifferten sich letztes Jahr auf 2,9 Milliarden Euro.