Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren erschien im „Journal“ das erste Interview mit dem dänischen Musikproduzenten und DJ Rune Reilly aka Kölsch. Reilly trat damals in Luxemburg auf und hatte kurz zuvor sein erstes Album „1977“ veröffentlicht. Damals schon unterstrich er seine Vorliebe für das 12-Inch-Remixformat und erklärte, dass er auf Wunsch seines Kölner Plattenlabels Kompakt ein Album zusammengestellt habe. Der Produzent hat nun mit „1983“ vor kurzem sein zweites Album veröffentlicht, obwohl er mit Techno als purem Singleformat aufgewachsen sei, wie er im Interview mit dem „Journal“ verrät. Kölsch hat erkannt, dass seine Musik sich auch als Albummaterial eignen kann; darüber hinaus sei das erste Album „1977“ ein dermaßen großer Erfolg gewesen, dass er sich dazu entschlossen habe, ein zweites einzuspielen. In den vergangenen zwei Jahren musste sein Publikum öfter die Rolle der Versuchskaninchen übernehmen und hat von Kölsch auf den Konzerten die Arbeitsfassungen der neuen Kompositionen vorgespielt bekommen. „Es ist sehr inspirierend, sogenannte ‚Works in Progress‘ zu testen“, erklärt der Musiker.
Auf der aktuellen Platte finden sich einige Gäste, die bei den Titeln Hand angelegt haben. Auf drei Titeln ist Gregor Schwellenbach mit von der Partie, der auf „Gregor Schwellenbach Spielt 20 Jahre Kompakt“ Tracks des Kölner Labels umarrangiert und mit klassischen Instrumenten eingespielt hatte. Seinen Beitrag zu den drei Kölsch-Titeln hat Schwellenbach nicht selber komponiert. Schwellenbach habe die Demos von ihm geschickt bekommen, sie neu eingespielt und sie ab und an ergänzt, gibt der Däne zu verstehen.
Auf dem ersten und auf dem zweiten Album verweisen etliche Titelnamen auf Kölschs Kindheit, „DerDieDas“ etwa. Oder das eher enigmatische „E45“ zum Beispiel. Der Musikproduzent klärt aber schnell auf: „E45 ist der Name der Autobahn, über die wir jeden Sommer von Kopenhagen nach Frankreich gefahren sind. Es war der Start unserer Reise durch Europa und durchs Leben.“



