LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Zweite Multiplica-Ausgabe bietet neue ästhetische und sensorielle Erfahrungen

Digitale Kunst erklären zu wollen, ist kompliziert, vor allem wenn man sich nicht mit Computerprogrammen und allen möglichen Technologien auskennt. Digitale Kunst kann darüber hinaus so vieles sein, sie hat so viele verschiedene Facetten, dass sie sich kaum auf die Schnelle verallgemeinernd beschreiben lässt, insbesondere da sie sich ständig weiterentwickelt. Vom 1. bis zum 3. März bietet sich deshalb die Gelegenheit, diese Kunstrichtung, die sich langsam aber sicher ihren Weg bahnt, in den Rotondes zu entdecken und zu erleben. Nach einer ersten Auflage im Jahr 2017 wird das Multiplica-Festival nun zum zweiten Mal organisiert. 

Vielfalt künstlerischer Ansätze

 „Wir wollen dieses Festival in der Kulturlandschaft Luxemburgs verankern“, sagte Rotondes-Direktor Steph Meyers letzte Woche bei der Programmvorstellung. „Die Besucher  sollen das ganze Spektrum dieser umfassenden Kunstrichtung und die verschiedenen künstlerischen Ansätze entdecken. Genau das ist unser Ziel. Wir möchten eine Plattform schaffen, ein Rendezvous für lokale und internationale Künstler, die das digitale Werkzeug für ihre künstlerische Arbeit nutzen, letztlich ein einzigartiges Experimentierfeld bieten. Auf lange Sicht wollen wir ein internationales Netzwerk auf die Beine stellen und Professionelle zwecks Austauschs aufeinandertreffen lassen“, meinte dazu Yves Conrardy vom Rotondes-Team.  

Interaktion ist gefragt

Neue ästhetische und sensorielle Erfahrungen durch Installationen, Performances, Kunstwerke und Musik erwarten den Besucher während dieser drei Tage. Viel Wert wird auf Interaktivität gelegt, wie ein Blick ins breitgefächerte Programm verdeutlicht. Da wäre zum Beispiel „Waterlight Graffiti“, eine interaktive Installation von Antonin Fourneau: Dieses Werk besteht aus tausenden LEDs, die aufleuchten, sobald sie mit Wasser in Kontakt kommen und wieder erlöschen, wenn das Wasser verdunstet. Mithilfe eines Pinsels oder eines Wassersprühers kann der Besucher so Bilder auf eine LED-Wand malen.

„La Vallée Dérangeante (Uncanny Valley)“ von Laura Mannelli in Kollaboration mit Juan Deguillebon alias DyE, Aude Arago und Frederick Thompson ist eine weitere interaktive Installation, die teils in Verbindung mit einer Live-Performance präsentiert wird. Der Betrachter wird mit einem Avatar konfrontiert und taucht in eine virtuelle Welt ein. „Memory Search“ ist eine Kreation von „Sonic Invasion“: Das Publikum wird dazu eingeladen, die Welt der künstlichen Intelligenz von innen kennenzulernen. In der Light-Installation „The Great Indecision Council“ von Romain Tardy werden die Besucher mit ihrer eigenen Realität konfrontiert, beziehungsweise den Begriffen, die sie wohl schon mal selbst bei Google Search eingegeben haben. 

Performances, Konzerte, Workshops

Audiovisuelle Performances – „Soft Revolvers“ sowie „Ballistics“ der Künstlerin Myriam Bleau – stehen ebenso auf dem Festival-Programm wie Spektakel, die in den Bereich „Virtuelle Realität“ fallen. So findet sich der Besucher in „Les falaises de V.“ in der Krankenabteilung einer Haftanstalt wieder. Musikalisch wird ebenfalls einiges geboten, dies am Abend des 1. März im Elektro-Bereich mit „Actress – Live A/V“, Graham Dunning und Sensu. Alle Darbietungen sprengen natürlich den Rahmen des gewohnten Konzerts. Zumindest Basiskenntnisse muss man mitbringen, um am 24-stündigen Workshop „Code & Art Hackathon“ teilzunehmen.  

 Das komplette Programm sowie Details zu den Anmeldungen für die Workshops unter www.multiplica.lu

FESTIVAL MULTIPLICA

Praktische Informationen

Wann? Freitags, 1. März | von 18.00 bis 01.00 Samstags, 2. März | von 16.00 bis Mitternacht Sonntags, 3, März | von 11.00 bis 17.00 (Außerhalb der genannten Öffnungszeiten finden verschiedene Workshops statt)