REMICH
JEFF KARIER

„Domaine Viticole Laurent et Rita Kox“ bietet Vielfalt

Dass die Qualität der Weine unserer Mosel sich auf einem hohen Niveau befindet, sollte sich im Großherzogtum herumgesprochen haben. Dabei ist es immer wieder interessant zu sehen, wie unterschiedlich die gleichen Rebsorten doch am Ende schmecken können. Das liegt in erster Linie an dem jeweiligen Weinberg. Aber auch der Weinausbau spielt hierbei eine große Rolle und kann zu sehr vielfältigen Resultaten führen.

Besonders experimentierfreudig ist hierbei das „Domaine Viticole Laurent et Rita Kox“, die gestern ihre erneut erweiterte Palette an Still- und Schaumweinen präsentiert haben. „Wir versuchen, auch alte Verfahren mit modernen Methoden zu vereinen“, erklärt Kox. So gibt es neben unter anderem Riesling und Pinot Gris, die auf übliche Weise ausgebaut sind, auch einige Weine, die einen anderen Weg hinter sich haben. Außerdem greift Kox bewusst alte oder eher unbekannte Rebsorten auf.

Rot und Orange

So findet sich in der Liste an Weinen des Weingutes etwa ein „Saint Laurent“ aus dem Jahr 2016, eine Rebsorte, die zwar in Luxemburg nicht unbekannt ist, dennoch eher die Ausnahme bildet. Dieser Rotwein - das alleine ist für Luxemburg bereits etwas ungewohnt - wurde in einem neuen Fass aus luxemburgischer Eiche ausgebaut und ist sowohl frei von tierischen Zusätzen, als auch frei von Schwefel. Er ist somit ein veganer Wein, etwas, das in Luxemburg und im Ausland immer mehr zunimmt. Der „Saint Laurent 2017“ von Kox kann auch geschmacklich überzeugen, bietet fruchtige Noten, feine Tannine und ist insgesamt ein eleganter Wein.

Eine weitere Besonderheit sind die „Vins Oranges Pinot Blanc“. Diese haben ihren Namen aufgrund der Verarbeitung erhalten. Denn bei diesen wird mit den Weißweintrauben umgegangen, als sei es Rotwein. Sie werden also mit der Beerenschale vergoren, wodurch mehr Tannine und Farbstoffe aus den Beerenschalen extrahiert werden. Dadurch ergibt sich auch eine dunkelgelbe bis orange Farbe. Der 2015er „Vin Orange Pinot Blanc“ bietet eine feine Säure mit einer leicht erdigen Note, sowie Aromen von Honig und Früchten wie Aprikose. Diese komplexen Weine mögen im ersten Moment ungewohnt wirken, lohnen sich aber probiert zu werden.

Abwechslungsreiche Schaumweine

Auch beim Crémant hat das Weingut einiges in petto. So zeigt die „Cuvée Fleurs Blanches“, dass Rivaner eine Rebsorte ist, die durchaus hochqualitative Produkte hervorbringen kann. Denn dieser Schaumwein besteht zu 100 Prozent aus dieser Rebsorte, die nicht den allerbesten Ruf genießt, jedoch in Luxemburg lange Tradition hat. Diese Cuvée bietet in der Nase florale Noten, ist am Gaumen aber auch fruchtig, bietet eine feine Perlung und ist insgesamt sehr angenehm und rund.

Ebenfalls gelungen ist die „Cuvée Blanc de Noir“, in der 76 Prozent „Saint Laurent“, 13 Prozent Rivaner und elf Prozent Pinot Noir enthalten sind. Daraus resultiert ein eher würziger Crémant, der lange im Mund bleibt und daher beim Essen serviert werden sollte, da er als Aperitif dann doch etwas zu intensiv ist. Ein anderes Highlight ist die „Cuvée Melusiner“. Wie die Sagengestalt Melusina kehrt dieser Crémant nur alle sieben Jahre zurück, da er so lange auf der Hefe liegt.

Kundschaft verlangt Vielfalt

Und für jene, die süße Weine schätzen, bietet das Weingut einen „Vin de Paille“ einen Strohwein, der aus Auxerrois- Trauben des Jahrgangs 2015 hergestellt wurde. Dieser bietet Noten von Honig und reifen, süßen Früchten. Er bietet sich unter anderem zu Stopfleber, Schokoladendessert oder Käse an.

Wie Kox erklärt, resultiere diese bereite Auswahl, von der hier nur ein kleiner Teil behandelt wurde, aus der veränderten Nachfrage der Kundschaft. Diese verlange eine gewisse Bandbreite an Weinen, suche das Besondere sowie Abwechslung. „Diesem Wunsch versuchen wir gerecht zu werden.“