LUXEMBURG
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Fondation Cancer schlägt angesichts des Rauchertrends Alarm

Es sind alarmierende Zahlen: Auf 509.000 Einwohner über 16 Jahre kommen 137.430 Raucher. Davon beschreiben sich laut Studie der TNS/Ilres im Auftrag der Fondation Cancer 86.530 Personen als tägliche Raucher. Gefragt wurden 3.316 Personen über 16 aus dem ganzen Land, womit die Studie repräsentativ ist.

Auch Shisha-Rauchen wird beliebter

Es sind vor allem die Jugendlichen, bei denen besorgniserregende Zahlen zu finden sind. 37 Prozent der 18- bis 24-Jährigen sind Raucher, bei den Altersgruppen von 25- bis 34-Jährigen und 35- bis 44-Jährigen sind es dabei jeweils 35 Prozent. Erst ab dem 45. Lebensjahr sinken die Anteile auf unter ein Viertel. Bei den jüngeren Bevölkerungsgruppen stellt man teils massive Zuwächse bei den Rauchern fest. Bei der erstgenannten Gruppe findet man solche Anteile erst 2007 wieder, bei den darauf folgenden muss man sogar bis 2003 zurückgreifen.

Männer sind hier stärker betroffen, als Frauen: Bei ihnen macht der Anteil der Raucher 29 Prozent aus. Bei den Frauen sind es dagegen „nur“ 25 Prozent. Die stärksten Unterschiede nach Altersgruppe betrachtet, stechen vor allem zwei Werte hervor. Zum einen sind die Männer bei den 25- bis 34-Jährigen mit 42 Prozent wesentlich stärker betroffen als Frauen (29 Prozent). Ein umgekehrtes Verhältnis ist bei den 65- bis 74-Jährigen festzustellen: Hier sind 27 Prozent der Frauen Raucherinnen, während zehn Prozent der Männer regelmäßig zum Glimmstängel greifen.

Vor allem bei den Shisha-Rauchern schlägt die Fondation Cancer Alarm. 27 Prozent der Befragten zwischen 16 und 24 Jahren geben an, dass sie Shisha rauchen. Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 16 Prozent, während es im Vorjahr zwölf Prozent waren und 2017 lediglich fünf Prozent. Bedenklich sei dies vor allem deshalb, da bei dieser Art des Konsums mehr giftiger Rauch entstehen würde.

Die Studie birgt einen Silberstreifen am Horizont. Denn immerhin geben 54 Prozent der Raucher an, dass sie vorhätten, mit dem Rauchen aufzuhören. 18 Prozent geben hingegen an, ihren Tabakkonsum reduzieren zu wollen, während 28 Prozent angeben, nichts an ihrer Gewohnheit ändern zu wollen. „Diese Zahlen sind extrem alarmierend: In Luxemburg hat der Tabakkonsum eklatant zugenommen. Dies ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Nichtraucher-Politik zum Schutze der Gesundheit aller und insbesondere sehr junger Menschen verschärft werden muss“, sagt dazu die Direktorin der Fondation Cancer, Lucienne Thommes.

Um diesem Trend zu begegnen, empfiehlt die Fondation Cancer, den Preis von Tabakwaren konsequent anzuheben. So ließe sich der langfristige Konsum vor allem bei den Jugendlichen abschwächen. Eine stärkere Integration der Tabakprävention innerhalb der Schulen und Universitäten wird ebenfalls angestrebt. Auch ein Werbeverbot an den Verkaufsstellen soll eingeführt werden.