WASHINGTON
AP

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat sich für seinen Chefdiplomaten entschieden. Der Chef des Mineralölkonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, solle Außenminister werden, teilte Trumps Übergangsteam am Dienstag in New York mit. Wie die Nachrichtenagentur AP aus informierten Kreisen erfuhr, ist auch das Energieressort vergeben: an Trumps früheren Rivalen Rick Perry.

Die Personalie Tillerson ist besonders umstritten, weil der Manager enge Geschäftskontakte zu Russland und im Speziellen zu Präsident Wladimir Putin pflegt. Das könnte seine Bestätigung durch den Senat erschweren, wo auch viele Republikaner jegliche Verbindung nach Russland mit Sorge sehen - vor allem seit die CIA bekanntgegeben hat, dass russische Hacker zugunsten Trumps Einfluss auf die US-Wahl nehmen wollten. Sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus wurden Untersuchungen zu den CIA-Erkenntnissen eingeleitet.

Nach AP-Informationen aus dem Übergangsteam entschied sich Trump bereits am Samstag für Tillerson - nach einem zweiten Treffen mit dem international tätigen Unternehmer. Demnach soll die weltweite Tätigkeit Tillersons für Trump ausschlaggebend gewesen sein, ihn für den Posten vorzusehen. Das Team, das Trumps Regierungsübernahme vorbereitet, erklärte am Dienstag, Tillerson habe sich mit „harter Arbeit, Entschlossenheit und klugem Verhandeln“ nach oben gearbeitet. Seine Karriere sei der „Inbegriff des amerikanischen Traums“.

Perrys Nominierung zum Energieminister wurde noch nicht öffentlich verkündet. Die AP erfuhr aber von zwei Gewährsleuten, die nicht genannt werden wollten, dass die Entscheidung gefallen sei.
Der zweifache Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur war während des Wahlkampfs 2016 ein harscher Kritiker Donald Trumps. Später unterstützte er ihn jedoch und erklärte, er sei bereit, in einer Regierung Trump mitzuwirken.

Bekannt wurde Perry vor allem durch einen Aussetzer in einer Debatte während seiner ersten Bewerbung als republikanischer Präsidentschaftskandidat. Dabei konnte er sich nicht an die dritte von drei Bundesbehörden erinnern, die er im Fall eines Wahlsiegs abschaffen wollte. Die Behörde, die er vergessen hatte, war ausgerechnet das Energieministerium. Die beiden anderen waren die Ministerien für Bildung und Handel. Seinen Aussetzer bei der Debatte quittierte er damals mit dem Wort „Ups“.

Beobachter gehen davon aus, dass der 66-jährige Perry die USA weg von erneuerbaren Energien und wieder zurück zu Öl und anderen fossilen Brennstoffen lenken wird. Aus seiner 14-jährigen Regierungszeit als Gouverneur von Texas ist Perry als Skeptiker des Klimawandels und Unterstützer der Ölindustrie bekannt.