LUXEMBURG
JEFF KARIER

Erste luxemburgische Fairtrade-Kollektion „3XVIVE 2018“ vorgestellt

Mit der Kampagne „Rethink your clothes“, die von der Regierung, der Caritas und „Fairtrade Lëtzebuerg“ ins Leben gerufen wurde, solle auf die Missstände in der Textilindustrie aufmerksam gemacht und der faire Handel vorangetrieben werden. In dem Zusammenhang wurde gestern im „Musée National d’Histoire et d’Art“ die erste Fairtrade-Kollektion „3XVIVE 2018“ des Künstlers Jacques Schneider präsentiert.

Schneider kam durch seine Schwester auf die Idee selber nachhaltige Mode zu designen. Sie stellte ihn Ende 2017 vor die Herausforderung, eine Jogginghose zu finden, die nicht nur gut aussehen sollte, sondern auch aus Biobaumwolle besteht sowie fair hergestellt sein und dabei nicht mehr als 50 Euro kosten sollte.

„Ich wurde nicht fündig“, erklärte der Künstler bei der Präsentation. Anfang des Jahres rief er daraufhin mit „Léiwe Boy“ sein eigenes Label samt ersten Kleidungsstücken ins Leben. Nach einem Treffen mit „Fairtrade Lëtzebuerg“-Präsident Jean-Louis Zeien im Februar sei dann der Entschluss gefasst worden, eine richtige Fairtrade-Kollektion zu entwerfen.

Verbundenheit mit Luxemburg

Wie in seinen anderen Arbeiten setzt Schneider dabei erneut auf luxemburgische Motive, wie etwa „D’Gëlle Fra“, der „Renert“ oder auch der „Roude Léiw“. Durch diese Designs soll eine Verbundenheit mit Luxemburg ausgedrückt werden. Die von ihm geschaffene Mode soll außerdem zeigen, dass das Großherzogtum mehr als nur Banken und Wirtschaft ist.

Die Tank-Tops, Shirts und Hoodies werden von dem dänischen Unternehmen „Neutral“ geliefert, die gleich durch mehrere Bio- und Fairtrade-Siegel ausgezeichnet sind. Bedruckt werden sie anschließend von einem Betrieb in Frankreich. „Ziel ist es, in Zukunft die Produktion hier nach Luxemburg zu verlegen“, erklärt der Künstler und Modeschöpfer.

Hand in Hand

Rund zwei Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Anbaufläche entfällt auf Baumwolle, das ist im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen viel. Und beim Baumwoll-Anbau wird nicht nur viel Wasser eingesetzt, sondern auch sehr viele Pestizide. „20 Prozent der weltweit eingesetzten Pestizide werden im Baumwollanbau verwendet“, unterstreicht Zeien. Bio alleine reiche aber nicht. „Bei der Produktion von Kleidung müssen auch die Schwächsten fair behandelt werden, ob das nun der Bauer ist, der die Baumwolle anbaut, oder die Näherin, die daraus die Kleidung macht“, betont Zeien. Bio und Fairtrade müssten demnach Hand in Hand gehen, um so einen tief greifenden positiven Einfluss auf die Umwelt und die Menschen, besonders in ärmeren Regionen, zu haben.

Noch viel Potenzial

Leider ist fair gehandelte Kleidung aus biologisch hergestellten Materialien in Luxemburg noch eine sehr kleine Nische. Zwar gibt es etwa mit Geschäften wie „Naturwelten & Akabobuttek“ und anderen Akteuren, Betriebe, die seit Jahren Pionierarbeit leisten, das Potenzial ist allerdings noch viel größer. „Denn auch der traditionelle Handel zeigt ein steigendes Interesse an solcher Kleidung.“ So würden laut Zeien weitere Projekte in den kommenden Monaten präsentiert.

Die „3XVIVE 2018“-Kollektion ist momentan im Atelier von Jacques Schneider, bei „Zakka“, bei „Side Lane“ in Echternach, im „Luxembourg House“ sowie im „Miyo“ in Strassen erhältlich. Weitere Verkaufsstellen sollen hinzukommen.