LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Kampagne „Changeons de menu“ von SOS Faim für ein verantwortungsbewusstes Essverhalten

Weltweit leidet eine Milliarde Menschen an Hunger, demnach einer von neun. 75 Prozent von ihnen sind Bauern und ihre Familien; folglich diejenigen, die unsere Nahrung produzieren. Eigentlich werden genug Lebensmittel produziert, um alle Menschen dieser Erde zu ernähren. 30 Prozent der produzierten Nahrung werden jedoch verschwendet oder gehen verloren.

Leben auf Pump

Seit den 1970er Jahren ist der allgemeine Verbrauch deutlich gestiegen. Wir leben sozusagen auf Pump, da unser ganzes Leben letztendlich davon abhängt, was die Natur uns zur Verfügung stellt. Wie sehr wir übertreiben, kann man über den Weg seines eigenen „ökologischen Fußabdrucks“ herausfinden. Er gibt an, wie groß das Stück Erde ist, das wir brauchen, um all das herzustellen, was wir zum Leben brauchen. Dargestellt wird dies entweder in Hektar (Ha) oder auch in der Maßeinheit „globale Hektar“ (gha).

Der weltweite, durchschnittliche ökologische Fußabdruck bezüglich der Lebensmittel beträgt derzeit 2,3 gha pro Person, in Luxemburg sind es sogar 2,58 gha. Würde jeder so essen wie die Luxemburger, würde die Erde alleine nicht ausreichen, um dem weltweiten Nahrungsbedarf gerecht zu werden. Damit jeder Mensch ausreichend Nahrung zur Verfügung hätte, dürfte der ökologische Fußabdruck von Lebensmitteln jedes Einzelnen nur bei 0,9 gha liegen, was vor dem Hintergrund der Lebensmittelverschwendung keine Unmöglichkeit ist. Seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck kann man seit gestern über die Internetseite changeonsdemenu.lu berechnen und damit herausfinden, wie gut oder schlecht der Einfluss des jeweiligen Essverhaltens ist.

Der Test reiht sich in eine neue Kampagne der Vereinigung SOS Faim ein, die darauf abzielt hinsichtlich einer verantwortungsbewussten Ernährung zu sensibilisieren. „Allgemein sollten wir unser Verhalten ändern, weil es einen direkten Einfluss auf die südlichen Länder hat, demnach auf die Armut und den Hunger in der Welt“, unterstrich Thierry Defense, Direktor von SOS Faim, gestern während der Vorstellung in Anwesenheit von Kooperationsminister Romain Schneider.

Verantwortungsbewusst essen: Zehn Gesten reichen

Bei der momentanen Kampagne unter dem Motto „Changeons de menu“ wird der Akzent auf die lokale Produktion gelegt.

Zehn einfache und alltägliche Gesten reichen aus, um unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und damit gleichzeitig weniger negativen Einfluss auf die Länder des Südens zu nehmen. Neben lokalen Produkten sollten Bio- und Fairtrade-Lebensmittel gewählt werden. Wer Fisch essen will, sollte darauf achten, dass er aus nachhaltiger Fischerei stammt. Fleisch aus Massentierhaltung sollte vermieden werden. Auch die Verpackung der Lebensmittel spielt eine Rolle: Je weniger, desto besser. Darüber hinaus sollte man keine Lebensmittel verschwenden. Stets sollte man sich die Etikettierung des Produkts etwas genauer anschauen, um sich bewusst zu sein, was man isst. Bei allem gilt: Essen in Maßen und auf Qualität setzen.
Zusätzliche Infos unter www.changeonsdemenu.lu