LUXEMBURG
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Fairtrade Luxemburg: 2018 wurden Produkte im Wert von 19,3 Millionen Euro gekauft

Kleinproduzenten spielen eine wichtige Rolle bei der Nahrungsmittelproduktion, profitieren aber oft am wenigsten vom globalen Handel. Um sie zu stärken, hat Fairtrade International den Standard für Kleinproduzenten überarbeitet, führte Jean-Louis Zeien, Präsident von Fairtrade Luxemburg, in die gestrige Pressekonferenz zwecks Präsentation der Bilanz ein.

Der neue Standard soll das Leben und die Lebensgrundlage der 1,5 Millionen Fairtrade-Kleinproduzenten weiter verbessern und sie widerstandsfähiger gegen Marktveränderungen und Klimawandel machen - ein Ergebnis eines umfassenden Prozesses, der Konsultationen von über 500 Fairtrade-Kooperativen in 70 Ländern umfasste. Auch Händler, Marken und andere Interessengruppen auf der ganzen Welt nahmen an dem Prozess teil. Wie auch in Sachen Umwelt und Klimaschutz gewinnt wirtschaftliche Gerechtigkeit für die Öffentlichkeit kontinuierlich an Bedeutung, wie es von Zeien hieß.

Bilanz von Fairtrade Luxemburg

Was die Bilanz von Fairtrade Luxemburg angeht, „so haben die Konsumenten 19,3 Millionen Euro in fair gehandelte Produkte als Gesamtvolumen investiert“, sagte Zeien. Dies sind 32,13 Euro pro Einwohner im Durchschnitt - bei einer Auswahl von 2.330 fairen Produkten.

Mit diesem Beitrag müsste Luxemburg nach Zeien weltweit etwa auf dem sechsten Platz liegen. Mit dem Produktfinder sucht man bequem nach diesen Fairtrade Produkten auf dem luxemburgischen Markt. Dabei kann man gezielt in verschiedenen Kategorien suchen oder bestimmte Produkte über die Volltextsuche ausfindig machen.

So sei ein Plus von 64 Prozent im Bereich der Rosen erzielt worden, 58 Prozent plus im Bereich Textilien (Baumwolle, immerhin ein Volumen von 419.757 Euro), 37 Prozent im Bereich Schokolade, 19 Prozent plus im Bereich Bananen (immerhin 1.984 Tonnen) und auch elf Prozent im Bereich Kaffee, jede zehnte Kaffeetasse ist damit aus dem fairen Handel zu deklarieren. „Bei den Rosen kratzen wir an der Millionengrenze. Hier sind wir nicht mehr in einer Nische, vier von zehn Rosen kommen aus dem fairen Handel“, sagte Zeien - 991.679 waren es 2018.

Dabei betonte Zeien, dass man kein „Wunderheilmittel“ sei, aber durch den Fairen Handel helfe man, Ziele wie im Bereich der Nachhaltigkeit zu erreichen. Um solche Ziele zu erreichen, werden Sensibilisierung und weitere Ausbildung mit weit über 100 Veranstaltungen umgesetzt. „So haben wir im letzten Jahr über 9.000 Leute erreicht“, sagte Zeien - und für diese Leute und für die Gesellschaft muss der Faire Handel entsprechend transparent und auch glaubwürdig sein. Eine damit verbundene Neuheit im Jahr 2018 bestand in einer Änderung der Zertifizierung und Kontrolle der luxemburgischen Lizenznehmer. Diese werden ab sofort von der unabhängigen Organisation Flocert GmbH kontrolliert und zertifiziert.

Für die Glaubhaftigkeit

Sonja Eberle von der Zertifizierungsorganisation Flocert beschrieb die Arbeit als Zertifizierer, was gewährleistet werden muss, um anerkannt zu werden. „Für uns als weltweit tätige Zertifizierungsorganisation ist das Ziel die Bekämpfung von Armut und die Sicherung nachhaltiger Lebensgrundlagen für die Kleinbauern in Entwicklungsländern“, sagte Eberle.

So kontrolliere man alle Glieder der Wertschöpfungskette, wodurch sichergestellt sei, „dass die Fairtrade-Standards eingehalten werden und die Bauern faire Preise für ihre Produkte sowie die Fairtrade-Prämie erhalten.“

Zur Zertifizierung von Händlern, die Fairtrade-Produkte kaufen oder verkaufen, führe man Audits durch. Die Glaubwürdigkeit des Fairtrade-Siegels werde nun einmal dadurch untermauert, dass Flocert eine unabhängige Organisation sei, als Zertifizierungsstelle autonom agiere und dies transparent, was ebenfalls von dritter Stelle geprüft und bestätigt werde, „Stichwort ISO 17065“, sagt Eberle. Denn das, „was drauf steht, soll auch wirklich drin sein“, sagte Zeien abschließend.


fairtrade.lu