LUXEMBURG
LJ

Radweg überschwemmt: Diekircher Wildwasserkanal beschäftigt Politik

Bei der Nutzung des Kanu-Wildwasserkanals in Diekirch wird der Radweg, der sich am rechten Ufer befindet, regelmäßig stromabwärts durch den hier vorhandenen Staudamm am Standort „AI Schwemm“ überflutet. Dies stellt der Grüne-Abgeordnete Gérard Anzia in einer parlamentarischen Anfrage an Umweltministerin Carole Dieschbourg (ebenfalls „déi gréng) fest. So will Anzia natürlich wissen, ob diese Feststellung im Ministerium bekannt sei. „Es ist darauf hinzuweisen, dass der Standort der „Al Schwemm“ an der Sûre Diekirch mehrere Kriterien aufweist“, führt Dieschbourg dazu aus: Einen aufblasbaren Damm an der Sauer und einen künstlichen Bypassarm, der hier als Wildwasserkanal bezeichnet wird, der die Doppelfunktion von Kanu- und Fischtreppe erfüllt.

Der aufblasbare Damm reguliert den Wasserstand des Reservoirs der Sauer vor dieser Struktur durch ein pneumatisches Prinzip. Das heißt, dass der aufblasbare Damm mit Wasser gefüllt oder entleert wird, um den Wasserpegel stromaufwärts der Struktur aufrechtzuerhalten.

Wenn der Wasserstand die vorhergesagte Stehhöhe überschreitet, würde der Damm abgesenkt. Im Falle einer Überschwemmung sei der Damm völlig flach. Die optimale Nutzung der Kanuroute sei gewährleistet, „wenn die aufblasbare Barriere auf Maximal-Niveau ist.“ Allerdings musste die Gemeindeverwaltung von Diekirch, die derzeit Betreiberin des Staudamms ist, feststellen, dass die Beibehaltung des Höchststandes der Sperre zu einer Überflutung des rechtsseitigen Weges in Ingeldorf führt. „Um dieses Phänomen zu vermeiden, wird der aufblasbare Damm derzeit nie auf diesem maximalen Niveau gehalten.“ Es sei zu beachten, „dass der Radweg am linken Sauerufer von diesen Überschwemmungen nicht betroffen ist“, so Dieschbourg weiter.

Keine Benutzungsgenehmigung notwendig

Die Stadt Diekirch besitze das Grundstück, auf dem sich der überflutete Teil des Fußweges befindet, der aber auf dem Gebiet der Gemeinde Erpeldingen/Sauer liegt. Der Wasserwirtschaftsverwaltung sei so auch kein systematisches Signalverfahren bekannt, das von der Gemeinde im Falle eines (Hochwasser-)Risikos eingerichtet sei.

Bezüglich der Frage, ob es eine mittel- oder langfristige Lösung gebe, die die gemeinsame Nutzung von Kanal und Radweg ermöglichen soll, schreibt Dieschbourg, dass die Wasserwirtschaftsverwaltung in Verbindung mit den Gemeinden Diekirch und Erpeldingen stehen würde, um eine Lösung zu erarbeiten. „In der Tat ist eine zusätzliche Analyse notwendig, um die verschiedenen Probleme, die während des Betriebs des Staudamms aufgetreten sind, zu beleuchten, die einen Einfluss auf die Funktionsweise der Fischpassage, auf die Ausübung des Bootfahrens oder auf das Hochwasser und damit den Radweg haben.“ Anzia wollte darüber hinaus wissen, ob die Nutzung des Wildwasserkanals von der Wasserbehörde genehmigungspflichtig sei und welche Personen die Barriere betätigen dürften. In diesem Zusammenhang müsse man einerseits die Ausübung sportlicher Aktivitäten oder Freizeitaktivitäten auf der betroffenen Strecke und andererseits die Nutzung des an einen Wasserlauf angeschlossenes Werks unterscheiden.

Mit Blick auf die großherzoglichen Verordnung vom 14. Juni 1994 über die Ausübung des Kanufahrens auf Fließgewässern sei die Ausübung von Sport- und Freizeitaktivitäten wie Kanufahren auf einer Strecke von 200 Metern flussabwärts und 1.500 Metern stromaufwärts des Dammes das ganze Jahr über erlaubt. Die Nutzung des Wildwasserkanals unterliege daher keiner individuellen Genehmigung. So wurde während des Baus des Sperrwerks zwischen den verschiedenen Parteien vereinbart, dass die Vertreter der Gemeinde Diekirch in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der „Fédération Luxembourgeoise de Canoë-Kayak“ allein verantwortlich für den Betrieb der Anlagen vor Ort sind, einschließlich der Einstellung der aufblasbaren Damm.

Was das Problem in Bezug auf das Nicht-Funktionieren der Fischtreppe vom April 2018 anbelange, so war das „auf die falsche Handhabung des aufblasbaren Staudamms zurückzuführen, nachdem der Damm nach einem Kanu-Wettbewerb abgesenkt worden war“, erläutert Dieschbourg.