LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Fixerstube „Abrigado“ war evakuiert worden - 53-Jähriger vor Gericht

Im April 2017 war in der „Fixerstube Abrigado“ in Bonneweg eine Bombendrohung eingegangen. Ein 53-jähriger Mann hatte neun Mal den Notruf 113 angerufen und behauptet, im „Abrigado“ würde bald eine Bombe explodieren. Das Gebäude wurde von der Polizei geräumt. Die Straßen rundum die Fixerstube wurden für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Polizei und Rettungsdienst waren vor Ort. Das Gebäude wurde mit Sprengstoffsuchhunden abgesucht, bis sich herausstellte, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.

Die Behörden konnten die Telefonnummer des Anrufers schnell zurückverfolgen. Bald sei der Name des späteren Angeklagten aufgetaucht. Der Polizei wäre aber die Nummer bereits aus anderen Sachverhalten bekannt gewesen, sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Einerseits hätte die Polizei, die, Zitat, „ihre Klientel kennt“, direkt die Verbindung zu ihm gemacht. Andererseits hatte eine Person im Bus den Anruf mitbekommen.

Am vergangenen Donnerstag sollte der Mann vor Gericht stehen und sich wegen des falschen Alarms verantworten. Der Mann ließ sich jedoch wegen eines rezenten chirurgischen Eingriffs entschuldigen.

Im „Delirium“ angerufen

Die Anwältin des Beschuldigten, Maître Cathy Hoffmann beteuerte, ihr Mandant bereue den Anruf. „Wir haben es hier mit einem alkoholisierten Menschen zu tun (2,1 Promille), der nur aus einem ,Delirium‘ heraus von einer Bombe gesprochen und eine Menge Tabletten geschluckt hatte“. Alkohol und Tabletten hätten ihn ruhigstellen sollen. Im Vollrausch hätte er auch ein Mal gemeint, ein Engel zu sein und sei aus dem Fenster gesprungen“

Bei der Anwältin hätte sich der 53-Jährige reuig gezeigt. In der Zwischenzeit habe er sich beruhigt. Er selbst beschrieb den „Vorfall“ als Riesendummheit. Das Urteil sollte deshalb nach Artikel 621 des Strafgesetzbuches ausgesetzt werden, meinte die Anwältin.

Durch den böswilligen Streich wären gleich mehrere Fahrzeuge und Rettungskräfte in Bewegung gesetzt worden, sagte der Vertreter der Anklage. Der bewusst ausgelöste falsche Alarm hätte enorme Verwirrungen nach sich gezogen. Weil der Mann aber nicht gefährlich sei, soll er zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt werden.

Das Urteil soll am 28. März verkündet werden.