LUXEMBURG
JEFF KARIER

Das Fantastik-Festival „Luxcon“ eröffnet morgen bereits zum fünften Mal - Die Messe hat eine beeindruckende Entwicklung hingelegt und zieht Tausende Menschen an

Messen zu Themen wie Comics, Fantasy und Science Fiction erfreuen sich besonders in den USA aber auch im nahen Ausland großer Beliebtheit. Seit fünf Jahren hat auch Luxemburg mit der „Luxcon“ seine eigene Fantastik-Messe. „2014 fand die erste ‚Luxcon‘ in der ‚Schungfabrik’ in Tetingen statt zu der mit 1.500 Besuchern mehr Leute kamen als wir uns erhofft hatten“, erklärt Gerard Kraus, Präsident der „Science Fiction and Fantasy Society Luxembourg“, die die „Luxcon“ organisiert. Auf dieser fanden und finden Fans von etwa Herr der Ringe, Star Wars, Dungeons & Dragons sowie Brettspielen und „Tabletop“ alles was das Herz begehrt.

An Grenzen gestoßen

Aufgrund des großen Interesses folgten weitere zwei Auflagen der Messe in Tetingen. Die „Luxcon“ wuchs von Jahr zu Jahr und zog auch immer mehr Menschen an. „2016 merkten wir, dass wir an unsere Grenzen gestoßen waren. Zwar hatten wir im Hof ein großes Zelt aufgestellt, um die Ausstellungsfläche zu vergrößern, aber die Infrastruktur der ‚Schungfabrik’ ist einfach nicht auf die Zahl von Leuten ausgerichtet, die die ‚Luxcon‘“ mittlerweile anzieht.“ Auch die Parksituation machte einen Umzug an einen größeren Veranstaltungsort nötig.

Die Suche war recht schnell zu Ende, denn mit dem Forum des „Campus Geesseknäppchen“ hatte man die passende Infrastruktur gefunden. „Wir haben bereits seit längerem mit dem ‚Service Nationale de la Jeunesse‘ zusammengearbeitet und als er die Verwaltung des Forums übernahmen, ergab sich eine Symbiose und wir konnten im letzten Jahr die ‚Luxcon‘ in der Hauptstadt organisieren“, erläutert Kraus. Nicht nur bietet das Forum mehr Platz und ist mit den vielen kleinen Räumen perfekt um mehrere Lesungen, Workshops und andere Programmpunkte zu organisieren. Durch seine zentrale Lage und die Nähe zum „P+R Bouillon“ ist die Messe sowohl mit dem öffentlichen Transport, als auch mit dem Auto sehr gut zu erreichen. „Außerdem passt die moderne Architektur des Forums zu einem Fantastik-Festival wie der ‚Luxcon‘“, meint Kraus, immerhin fühlt man sich beim Anblick des Gebäudes an ein Ufo oder zumindest an etwas aus einem Science Fiction-Film erinnert. Große Hallen, wie die der „Luxexpo The Box“ seien zwar auch eine Möglichkeit gewesen, im Ausland finden größere solcher Messen schließlich in solchen statt. Allerdings sei es aufwendig und teuer in so großen Hallen Charme hereinzubringen.

„Wir sehen die ‚Luxcon‘ als etwas wie ein Familienfest an und das überträgt sich auch auf die Aussteller und das Publikum.“ So ist die Messe eine sehr herzliche Veranstaltung, auf der Gleichgesinnte aufeinandertreffen und eine gute Zeit verbringen können. So sah man in der Vergangenheit besonders viele Eltern mit ihren Kindern auf der Messe. Allgemein ist das Publikum sehr international, sind die hier behandelten Themen doch nationalitätenübergreifend und verbinden Menschen auf der ganzen Welt.

Ein Programm für jeden

„Wir wollten die Messe von Anfang an breit aufstellen, so, dass aus allen Bereichen etwas vertreten ist. Einen besonderen Platz nimmt dabei aber die Literatur ein, da sie eigentlich der Ursprung der gesamten Kultur ist.“ Dieses Angebot hat sich über die Jahre immer weiter vergrößert, weshalb mittlerweile fast jeder, der sich für Fantasy, Science Fiction, Comics, Mangas und Spieler aller Art interessiert, hier etwas findet, das ihn interessiert. „Klar gibt es immer wieder Leute die von dem einen oder anderen mehr auf der Messe haben wollen. Wir sind aber darauf bedacht, jeden glücklich zu machen, was eben nicht immer gelingen kann.“ Um das Programm weiter auszubauen und für das Publikum attraktiv zu halten, ist die „Science Fiction and Fantasy Society Luxembourg“ offen für Vorschläge.

Die Organisatoren konnten bereits so manch großen Namen und bekanntes Gesicht nach Luxemburg locken. 2015 war das zum Beispiel der britische Schauspieler Miltos Yerolemou, der den Schwertkämpfer Syrio Forel in der Erfolgsserie „Game of Thrones“ verkörperte. Bei einem Panel erzählte er von den Dreharbeiten sowie über anstehende Projekte. Wer sich angemeldet hatte, konnte von ihm sogar in der Kunst des „Water Dance“, einer Schwertkampfkunst aus der Serie, unterrichtet werden.

2016 zählte neben dem Schriftsteller Ian McDonald, der aus seinem Roman „Luna“ vorlas, das deutsche Multitalent Tommy Krappweis zu den Highlights der „Luxcon“. Krappweis präsentierte nicht nur seinen Film „Mara und der Feuerbringer“, einen deutschen Fantasyfilm, der auf dem von Krappweis geschriebenen Roman basiert. Mit dabei war auch sein Vater Werner, mit dem er das autobiografische Buch „Sportlerkind“ geschrieben hatte.

Dieses Jahr werden unter anderem die deutschen Autoren Wolfgang Hohlbein und Kai Meyer auf der „Luxcon“ sein und aus ihren Büchern vorlesen. Anwesend sein wird außerdem der irische Autor Peadar Ó Guilín sowie der Schauspieler Phoenix James. Letzterer hatte unter anderem eine Statistenrolle in „Star Wars: The Force Awakens“ sowie in „Guardians of the Galaxy“, hat aber auch in der Serie „Suspects“ und einigen anderen Produktionen mitgespielt. Jens Schumacher, Autor des Kartenspiels „Black Storys“ und der Comiczeichner Richard E. Dominguez zählen zu den weiteren Gästen der diesjährigen „Luxcon“. „Es gibt also viel zu entdecken“, meint Kraus.

Fans unter sich

Neu ist dieses Jahr unter anderem die „Fanzone“, ein Bereich der Messe in denen die Fans unter sich über ihre Lieblingsserie, -buchreihe oder -filmuniversum diskutieren können. Geplant sind etwa Themen wie „Rick & Morty“, „Game of Thrones“ und das „Marvel Cinematic Universe“. „Dabei wird es keinen Moderator im eigentlichen Sinne geben, sondern eine Person, die die Diskussion unter den Fans anstoßen soll“, erklärt der Präsident. Solche Konzepte haben sich auf ähnlichen Events im Ausland bereits bewährt und regen den Austausch auch über die Diskussionsrunde hinaus an.

Mit dem wachsenden Angebot werde aber auch der Platz im Forum irgendwann knapp. Zwar könne man vielleicht Teile der umliegenden Schulen nutzen, diese sind jedoch nicht dafür vorgesehen. „Wenn also jemand ein zweites Forum nebendran bauen würde, hätten wir nichts dagegen“, meint Kraus mit einem Augenzwinkern.

www.luxcon.lu