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Spielkritik: Rogue Legacy

Faule Entwickler benutzen Retro-Ästhetik, um sich darauf zu stützen. Gute Entwickler nutzen die Optik, um das Flair eines Spieles zu schaffen. Bei „Rogue Legacy“ wird letzteres erreicht: Denn obwohl die Optik an 8- und 16-Bit-Zeiten erinnert und einige Referenzen an Klassiker zu finden sind, fühlt sich das Spiel frisch an. Das liegt vor allem an der Kombination von Jump’n Run und dem wieder auflebenden „Roguelike“-Genre.

Brutaler Schwierigkeitsgrad

Ein Schloss soll in „Rogue Legacy“ erobert werden und eine Generation reicht hier einfach nicht aus. Die fünf Schlossherren, die es zu besiegen gilt, sind wahre Monstren, das Schloss gefüllt mit zahlreichen Fallen und Gegnern, die einem das Leben schwer machen. Wer sich auf diese Reise begibt, sollte sich von vorne herein klar machen: Man stirbt. Oft. Alles was bleibt ist das gesammelte Gold, mit der sich die eigene Dynastie ausbauen lässt und von denen die darauf folgenden Generationen profitieren. Denn neu erworbene Fähigkeiten bleiben in der Familie. Lustig sind natürlich auch gewisse genetische Eigenarten, die zufällig verteilt werden: Kurzsichtigkeit, Tollpatschigkeit und selbst Homosexualität sind Faktoren, die große und kleinere Veränderungen in der Art, wie gespielt wird, bewirken.

Diese Hinterlassenschaft macht den Reiz von „Rogue Legacy“ aus, denn obwohl man relativ oft ins Gras beißt, entwickelt man sich so, von Generation zu Generation weiter. Lebenspunkte, Rüstung, Klassen und diverse Fähigkeiten lassen sich so nach und nach ergattern. Da beim erneuten Betreten des Schlosses sämtliches verbliebene Geld wieder abgegeben wird, sollte man möglichst alles vorher ausgeben. Damit wird man gezwungen, sich weiter zu entwickeln, während das Schloss einen mit immer neuen Herausforderungen überrascht.

Perfekt angepasst

Das wissen PC-Spieler bereits seit vergangenen Jahr, doch nun ist das Spiel auch für PlayStation 3, PlayStation 4 und PlayStation Vita erhältlich. Die Version wurde von der Steuerung her perfekt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Plattform angepasst und die Ladezeiten fallen nicht zu lange aus. Sämtliche Bonus-Inhalte der PC-Version sind ebenfalls enthalten und das Spiel macht auf diesen Plattformen genau so viel Spaß wie auf dem heimischen Rechner. Selbst für Fans des Originals bietet sich hier wieder eine gute Entschuldigung, einen neuen Stammbaum zu errichten. Wer den Schwierigkeitsgrad nicht scheut, kann sich hier auch durchaus als Neuling herantrauen.