LUXEMBURG
JEFF KARIER

Städtebausimulation „Urban Empire“ stolpert über Beschränkungen und Details

In einem kleinen Raum des Messestandes von Publisher „Kalypso“ erklärt uns Game Designer Jussi Autio von „Reborn Games“ die Grundlagen und Mechaniken seines neuen Spiels „Urban Empire“. Anders als in anderen Städtebausimulationen wie etwa „Cities: Skylines“ oder „Sim City“ sind wir nicht einfach ein Städteplaner, sondern der Bürgermeister unserer Stadt, mehr noch. Wir sind das Oberhaupt einer Bürgermeisterdynastie. Daher ist die erste Entscheidung, die wir in Urban Empire treffen die, welche von vier Familien wir wählen.

Wir entscheiden uns für die Saint’Elias - Denker und Erfinder. Die Wahl bestimmt einige Boni für unsere spätere Stadt, entscheidet unser Verhältnis zu den verschiedenen Parteien und mehr. Denn als Bürgermeister müssen wir uns mit dem Stadtrat herumschlagen, können also nicht einfach Steuern und Subventionen erhöhen und senken wie wir wollen, sondern müssen die Parteien auf unsere Seite ziehen.

Politisches Tauziehen

Diese Mechanik macht „Urban Empire“ gegenüber der Konkurrenz interessant, die meistens ohne einen solchen politischen Kniff daher kommen. Um die nötigen Stimmen für unsere Vorhaben zu sammeln, können wir Parteien schmeicheln, drohen oder auch mit belastendem Material unter Druck setze.

Beim eigentlichen Städtebau baut man nicht etwa eine Infrastruktur auf und zieht Gebäude hoch, sondern legt ganze Stadtbezirke fest. Bei diesen muss man auf die Nachfrage nach Wohn-, Gewerbe- sowie Industriegebiete achten, die links oben angezeigt wird. Außerdem müssen wir die Bedürfnisse der Bürger der bereits bestehenden Bezirke befriedigen. Diese teilen sich in soziales Leben, Sicherheit, physisches Umfeld, Gesundheit, persönliches Wachstum und Spaß auf. Die Zufriedenheit hat unter anderem Auswirkungen auf den Ausgang der Wahlen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Forschung. Der Technologiebaum ist dabei in die fünf Epochen gegliedert, durch die das Spiel führt. Die Technologien schalten neue Gebäude frei, haben Einfluss auf die Gesetzgebung und mehr - nicht viel anders als in anderen Spielen dieses Genres.

Hinter den Erwartungen

Das alles wirkt anfänglich sehr durchdacht und abwechslungsreich. Doch mit der Zeit werden sowohl das Tauziehen mit den Parteien im Stadtrat als auch die Gründung und der Ausbau der Bezirke recht repetitiv. Es fehlt dem Spiel an Tiefe, klaren Zusammenhängen und detaillierten Informationen zur weiteren Planung der Stadt. Das macht „Urban Empire“ zu einem Spiel, das sein Potenzial verschenkt und die Erwartungen, die wir nach dem Antesten auf der Gamescom hatten, nicht erfüllt - schade. Dennoch sollten Fans von Städtebausimulationen einen Blick drauf werfen, bietet es mit dem Stadtrat ein erfrischend neues Element für das Genre.