LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Bewegungsworkshop „Labo Mi-ma-Musek“ verzaubert Kinder mit Tanz und Liedern

Stampfend den Takt mitklingen lassen, singend bei Mama oder Papa in den Armen liegen und schwirrend wie eine Biene summen: Ein gutes Dutzend musik- und tanzbegeisterte Kinder konnte in den vergangenen Tagen seinen Bewegungsdrang in der „Black Box“ der Rotondes ausleben - oder eben lernen, sich zum Takt von Liedern und instrumentaler Musik zu bewegen. Los ging es damit, dass die Kinder mit bunten Tülltüchern ausgestattet über die kleine Bühne rennen durften, kreuz und quer, eben ganz, wie es ihnen gefiel. Schließlich sollten sie kleine umherschwirrende Bienen darstellen.

Möglich machte das Austoben zu und Einfühlen in Musik ein mehrtägiger Bewegungsworkshop im Eltern-Kind-Duo. Das Atelier „Labo Mi-ma-Musek“ war für Drei- bis Fünfjährige und ihre Eltern gedacht. Musikalische Vorkenntnisse mussten weder Eltern noch Kinder haben, es ging einfach nur darum, gemeinsam eine schöne Zeit zu verleben und in eine fantasievolle Welt mit heimischen und exotischen Tieren einzutauchen. Dafür wurde über drei Tage täglich ein oder zwei Stunden gemeinsam geübt.

Löwenlied rockt am meisten

Gute Laune und jede Menge Musikalität verbreitete Catherine Hengesch. Die Erzieherin und ausgebildete Musikpädagogin wusste genau, wie sie die Kleinen zum Mitmachen und Spaßhaben bringt. Gesungen und getanzt wurden Lieder und Tänze über Bienen, Pferde, Elefanten, Löwen und Füchse. Mit der Musik im Ohr ging der Rhythmus leichter in die Füße und in die Hände. „Mir hat das mit den Löwen am besten gefallen“, sagt der kleine Aimé, nachdem er mit den anderen Kindern und den Eltern das kleine Sing- und Tanzstück aufgeführt hat.

Im Publikum sitzen einige kleine und große Verwandte der Teilnehmer, die am Ende kräftig applaudiert haben. Das Löwenlied hat dem Vierjährigen vor allem „wegen der Musik“ gefallen, durften die Kinder doch dabei auch mal laut stampfen. Auf die Frage hin, was er daheim gerne für Musik hört, wirft er sich in eine gut abgeschaute Rockerpose und ruft ein mal langgezogenes, mal stakkatoartiges„La“ in den Raum. Und in der Tat, es schallt auch recht laut durch die „Black Box“, seine Mutter antwortet mit einem Lachen und einem Achselzucken.

Catherine Hengesch hat sich die Lieder und Tänze ausgedacht, die Kinder unterstützt und mit Klavier und Akkordeon begleitet. Ihr Rezept, um die Kinder einzubinden und zu begeistern, lautet: „Zuhören, singen, mitgestalten und bewegen lassen.“ Also lässt sie die Kleinen der Musik lauschen, bindet sie ein, indem die Kinder mitsingen und kleine Instrumente wie Rasseln oder Tischtrommeln spielen und sich dazu mitbewegen. „Dann wird die Musik greifbar“, erklärt sie. Dabei soll jedes Kind auch mal die Gelegenheit haben, im Mittelpunkt zu stehen.

Musik führt zusammen

Um mit den Vorschulkindern ein solches Stück umzusetzen, braucht es auch eine feine Antenne. „Wenn die Konzentration weg ist, dann muss man in die Bewegung gehen“, empfiehlt sie. Eigentlich ein guter Tipp fürs Lernen in jedem Alter. Geht es jedenfalls ums Wiederholen mit den Kindern, damit sich die einfachen Choreografien und Liedtexte festigen, vermeidet Hengesch einen exakt gleichen Ablauf - Langeweile soll ja nicht aufkommen. Also wird mit leichten Änderungen wiederholt, es kommen Instrumente oder andere Instrumente zum Einsatz, der Tanz wird nicht auf der Stelle geübt, sondern indem durch den Raum getanzt wird.

Hengesch bietet ihre Workshops für musikalische Früherziehung seit dem Jahr 2014 an, die Nachfrage sei sehr gut. „Das Konzept der musikalischen Früherziehung stärkt auch die Eltern-Kind-Beziehung, zudem gibt es kein Richtig und kein Falsch.“ In den Rotondes werden Ateliers für die Kleinsten seit dieser Saison angeboten. Die Veranstalter freuen sich über eine gute Nachfrage und überlegen, das Konzept zu verlängern: Die Workshops seien meistens ausgebucht. So wurde auch bei dem Atelier „Labo Mi-ma-Musek“, das ursprünglich nur für eine Gruppe stattfinden sollte, noch ein zweites Atelier angeboten.


Weitere Informationen,

auch über künftige Workshops,

unter www.rotondes.lu