LUXEMBURG
DANIEL OLY

Die sechste Ausgabe der LuxCon zieht erneut Fantasy- und SciFi-Liebhaber an

Hobbits, Trekkies, Wookies und Elfen aller Länder und Universen: Es ist wieder so weit. Die „LuxCon“-Convention, eine Messe nach englischem Vorbild, findet an diesem Wochenende schon zum sechsten Mal im Forum Geesseknäppchen statt. Cosplays, Fanstände, Händler und Lesungen von Autoren stehen auf dem einmal mehr überaus bunten Programm der Convention. Die Convention 2019, die am Samstag und Sonntag abgehalten wird, bietet damit erneut der immer größer werdenden Fangemeinde die Möglichkeit ihre Lieblingsbücher, -serien, - filme, -spiele, und anderes aus der fantastischen Kultur zu feiern. Die Organisatoren haben auch wieder für reichlich Inhalte gesorgt, geboten werden so etwa Lesungen und Interviews für Literaturfans, namhafte Autoren und unentdeckte Newcomer stehen zum Plausch bereit. Sammler werden sicher auf den Verkaufsständen und bei den ausstellenden Künstlern fündig.

In diesem Jahr haben sich rund 110 Aussteller angemeldet; darunter 25 Händler, 21 Vereine und Clubs, 30 Künstler und rund 30 Autoren. Das alles braucht Platz - den das Forum Geesseknäppchen bieten soll. „Natürlich könnten wir auch mehr Platz brauchen, teilweise müssen wir auch mal Ausstellern absagen“, erklärt Gérard Kraus, Präsident der „Science Fiction & Fantasy Society“ (SFFS). Die Gemeinschaft organisiert die Convention.

Namhafte Aussteller

Dabei beginnt die Arbeit für die Messe bereits sehr früh. „Meist fangen wir mit der Planung zur nächsten Convention an, bevor die diesjährige gelaufen ist“, erklärt er. Die lange Vorbereitung hänge auch damit zusammen, dass nicht immer alle Wunsch-Aussteller oder Künstler verfügbar sind. „Manchmal haben wir auch neue Ideen, können diese aber nicht mehr in die aktuelle Ausgabe einbinden“, meint Kraus. „Entweder Ideen zum Programm oder zur Organisation des Events.“ In jedem Fall müsse das dann für das Folgejahr aufgehoben werden. Immerhin: So gibt es immer neue Ideen und ein abwechslungsreiches Programm.

Das lässt sich auch beim diesjährigen Programm erkennen: Voll auf ihre Kosten kommen vermutlich am meisten die Freunde der fantastischen Literatur, denn mit den Autoren Elizabeth Bear („Hugo“ und „Nebula Award“-Gewinnerin) und Scott Lynch (Gewinner des „British Fantasy Award“ und „Prix Imaginales“) sowie Judith C. und Christian Vogt (Gewinner unter anderem des deutschen Rollenspielpreises) konnte die SFFS namhafte Genregrößen mit ins Boot holen. Auch die anderen Autoren auf der Liste können sich sehen und lesen lassen: Kochkrimi- und SciFi-Autor Tom Hillenbrand, die für zwei „Hugo Awards“ nominierte Aliette de Board oder der Gewinner des deutschen Science Fiction-Preises, Dirk van den Boom, versprechen spannende Lesungen und Gespräche. „Das ist eine der großen Stärken unserer Convention“, meint Kraus. „Wir können immer eine sehr große Vielfalt an Künstlern und Autoren anziehen. Das macht die ,LuxCon‘ zu einer sehr internationalen, inklusiven, europäischen Convention.“

Durch die vielen Sprachen und Kulturen fühle sich ein Maximum an potenziellen Convention-Besuchern angesprochen. „Es ist einfach für mehr Leute etwas dabei; vom eingefleischten Liebhaber über Bücherwürmer bis hin zum Anfänger.“ Und die Convention experimentiert und versucht immer etwas Neues: „In diesem Jahr haben wir neben dem viel größeren Literaturprogramm zum Beispiel auch sehr viele Menschen im Star Wars-Kostümprogramm“, erklärt er. Das „Cosplay“, bei dem sich Besucher und Aussteller möglichst detailgetreu in eine ihrer Lieblings-Fantasiefiguren verwandeln, steht also auch hoch im Kurs, unter anderem auch bei den Ausstellern mit Profi-Teams aus den Niederlanden, Deutschland und Luxemburg. Das macht die „LuxCon“ sehr farbenfroh. „Das sorgt für viele tolle Bilder und Erinnerungen.“

Finanziert wird die Convention im größten Anteil durch den Eintrittspreis, den Besucher an der Tür zahlen müssen. „Fünf Euro pro Tag oder neun Euro für beide Tage decken am Ende knapp die Hälfte unserer Kosten ab“, sagt Kraus; weitere 25 Prozent kommen durch die Standgebühren für Aussteller zusammen, der Rest wird durch Verpflegung vor Ort erwirtschaftet. „Wir können also durchaus auf eigenen Beinen stehen und das Event stemmen“, betont er. Gleichzeitig dürfe nicht vergessen werden, dass die Convention auch durch den nationalen Jugenddienst SNJ unterstützt wird. Am Ende kommt es aber trotzdem auf die Besucher an. Und davon gibt es reichlich: „Wir hatten bei unserer ersten Ausgabe mit knapp 500 Leuten gerechnet, auf Anhieb kamen aber direkt 1.400“, sagt er. Seitdem sei die Zahl stetig gewachsen, von 2.500 über 4.000 auf zuletzt 5.000 Besucher bei der Ausgabe 2018. „Es ist also ein echter Erfolg geworden, und nicht zu Unrecht ein mittlerweile festes Datum im - zumindest alternativen - Kulturkalender unseres Landes.“

Die meisten Besucher kommen, um Teil der Community zu sein, meint Kraus. „Oder auch, um die Vielfalt ihres Hobbys zu erleben, die tollen Cosplays zu genießen oder andere Fans kennenzulernen“, betont er. Das Fest zeige zudem, dass die Community sehr offen und freundlich ist. Benimmregeln musste sich die „LuxCon“ zwar auch geben, nötig waren diese aber bislang noch nie. „Wir hatten noch keine Gäste, die negativ aufgefallen sind“, meint er. Auch eine Stärke der „LuxCon“ und der luxemburgischen Community: „Jeder kennt jeden.“

Und was hält die Zukunft bereit? Sehr viel will Kraus noch nicht verraten. Ein Wechsel des Austragungsortes kommt jedenfalls nicht in Frage: „Uns gefällt es hier, das Forum hat auch etwas Sci-Fi-mäßiges an sich“, lacht er. Dafür werde die Organisation oft gelobt. Zudem bietet es logistische Vorteile wie die Nähe zum Bahnhofsviertel und die gute Anbindung an den öffentlichen Transport. „Außerdem fehlt es einfach an einer entsprechenden Infrastruktur hierzulande“, meint Kraus nüchtern. „Die Zahl der Organisatoren schwankt von Jahr zu Jahr zwischen sechs und zehn Mitgliedern“, erklärt Kraus. Hinzu kommen Freiwillige, aus denen regelmäßig auch neue Organisationsmitglieder werden. „Ohne die Freiwilligen geht es natürlich nicht, und deshalb ist auch nach wie vor jeder willkommen“, meint er. Rund zwanzig Freiwillige helfen so zum Beispiel mit dem Ablauf vor Ort. Wer helfen möchte, könne die SFFS jederzeit auf den üblichen Kanälen auf den sozialen Netzwerken sowie über Mail erreichen.

Mehr unter http.//luxcon.lu