LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

Am Samstag in der Kulturfabrik: Irina stellt neues Album vor

Ende 2009 haben sich Irina Holzinger und Kim Mersch zusammengetan, um ihre musikalischen Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Nach einigen kleinen Auftritten entstand dann auch bald das erste Album. Um noch mit mehr Variation auftreten zu können, wurde die Band nach und nach durch weitere Musiker verstärkt, bis schlussendlich die momentane Kombination um Irina (Gesang und Gitarre), Kim (Gitarre und Banjolele) und Bob Mersch (Keys und Akkordeon), Davide Mirizzi (Bass), Tom Roilgen (Schlagzeug) und Erny Sauber (Perkussion) das musikalische Spektrum gestaltet. Wir haben mit Sängerin Irina Holzinger über den Werdegang und das zweite Album der Band gesprochen, das sie am 23. März in der Kulturfabrik in Esch/Alzette vorstellen wird..

Irina gibt es jetzt schon zehn Jahre, wie hat sich die Band entwickelt?

Irina Holzinger Ich würde sagen, dass man unseren Stil über die Jahre hinweg immer raushören konnte und weiterhin auch kann. Was sich geändert hat, ist die Art und Weise, wie unsere Lieder entstehen. Auch der Sound selbst hat sich sicherlich entwickelt. Da wir uns alle sehr gut kennen, mussten wir erst lernen, über die persönliche Ebene hinaus auch professionell miteinander zu kommunizieren. Eine Band ist wie eine gute Beziehung, man muss lernen, wann und wie man Themen angeht. Anfangs bin ich mit bereits relativ strukturierten Liedern zu den anderen gestoßen, die dann ihren Beitrag dazu leisteten. Mittlerweile schreiben wir aber zusammen als ganze Band die Songs. Jemand tritt mit einer Kompositionsidee und ein paar Akkorden an die anderen ran, und gemeinsam wird das Stück aufgebaut. Das Gute an unserer Langzeitbeziehung ist, dass wir uns quasi blind verstehen.

Wie sind die Songs für „Colors“ entstanden?

Irina In den letzten anderthalb Jahren haben wir in den Proben vor allem Ideen gesammelt und entwickelt. So haben sich nach und nach Basslinien, Rhythmen, Melodien und Texte zusammengefunden. Mal stand das Gerüst des Songs bereits nach zwei Stunden, mal brauchten wir wesentlich länger, um zu einem Resultat zu kommen. Dieses Mal sind wir auch gut vorbereitet ins Studio gegangen. Wir wussten genau was wir wollten, als wir im April angefangen haben, das Grundgerüst des Albums einzuspielen. Im September war das Album dann im Kasten.

Was ist neu bei „Colors“?

Irina Ich denke, man hört deutlich raus, dass allen Instrumenten mehr Raum gegeben wurde, sodass die Kompositionen ausgewogener und dynamischer sind. Es ist noch immer typisch Irina, allerdings poppiger und melodiöser, vielleicht auch etwas melancholisch - vor allen Dingen aber farbenfroh und abwechslungsreich, auch was die Auswahl der Lieder betrifft.

Welches Konzept steckt hinter dem Album?

Irina Der rote Faden des Albums geht aus der Auffassung jedes Einzelnen hervor. Ich wollte kein konzeptuelles Werk schaffen. Beim Titelsong „Colors“ fand ich im Zusammenspiel von hellen und dunklen Farben Inspiration. Manchmal fanden die Worte aber auch einfach die bereits vorhandene Melodie, ohne dass ich das reflektierend angegangen bin. Es gibt aber auch existenziellere Fragen, die mich beschäftigen: Warum gibt es uns? Wie stehe ich in Verbindung zu meinem Umfeld? Die inspirative Quelle ist oft schwer zu beschreiben.

Brauchen die Menschen wieder mehr Farben?

Irina Wir haben festgestellt, dass die zeitgenössische Ästhetik ziemlich düster ist, was wahrscheinlich als Abbild der Melancholie in der Gesellschaft gilt. Dem wollten wir entgegenwirken, man kann auch offen sein, farbig, etwas schaffen, ohne dass man sich hinter der rosaroten Brille versteckt. Vor allem wollen wir unseren Hörern ein warmes und wohltuendes Gefühl vermitteln, denn es ist genau das, was wir auf der Bühne erfahren und erleben. Auch mit ernsten Themen kann man auf verschiedene Arten umgehen, das heißt nicht zwingend, dass man naiv an Probleme herangeht. Ich denke, dass auch dies ein Grund dafür darstellt, dass man Konzerte besucht. Mal will man sich belehren lassen, reflektieren, oder einfach etwas empfinden.

Wie kann dieses Bedürfnis der Zuschauer musikalisch befriedigt werden?

Irina Das ist wegen der verschiedenen Geschmäcker sicher sehr schwierig. Zentrales Element dafür ist aber sicherlich die Live-Performance. Hier kann ich am meisten leisten, nicht nur musikalisch, sondern auch auf einem spirituellen und energetischen Level. Das nehmen die Leute wahr, sodass meine Erfahrungen und Gefühle in diesem speziellen Moment an mein Publikum weitergegeben werden können. Oft fühlt man sich nach einem kulturellen Ereignis ja auch belebt oder motiviert. Um das zu erreichen, gebe ich alles. Manchmal entsteht auf einem Konzert so eine kleine Symbiose an Energie, und das ist ziemlich fantastisch. Für diese Momente leben die Musiker, egal ob dies eine Minute oder Stunden begreift.

Was erwartet die Besucher der Kufa am 23. März?

Irina Freunde von mir werden als Supportband für Irina auftreten. Damit habe ich mir einen Wunsch erfüllt, und ich bin sehr froh, dass das Luxemburger Publikum diese Band auch entdecken kann. Sie klingen melancholisch, etwas ruhiger als wir, so dass dies ein tolles Appetithäppchen vor unserem Konzert wird. Bei unserer Performance werden wir auch kleine Rückblicke einbauen, um den zehnjährigen Werdegang der Band hervorzuheben. Es gibt aber noch einige weitere Highlights, aber auf die werde ich jetzt sicher nicht eingehen (lacht). Man kann natürlich das Album und einige Merchandise-Artikel kaufen!

Weitere Informationen finden Sie unter: www.irinaband.com - www.facebook.com/IrinaBand