LUXEMBURG
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Wie die ITCS-Systeme hinter den öffentlichen Verkehrsmitteln organisiert sind

Ob Bus, Zug oder Tram: Was während der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln so alles an Informationen gesammelt und verarbeitet wird, bekommt ein Fahrgast in der Regel kaum mit. Es kommt ihm aber dann zugute, wenn ihn die Informationstafel oder die App darüber informiert, dass sein nächster Bus mit ein paar Minuten Verspätung eintreffen wird.

Dahinter stecken rechnergestützte Betriebsleitsysteme, weiß Christian Mousel, stellvertretender Generaldirektor des „Verkéierverbonds“. Die Stadt Luxemburg betreibt ein ITCS-System (Intermodal Transport Control System) für die hauptstädtischen Busse und auch die Tram, beim „Verkéiersverbond“ ist das System für die RGTR-Überland- wie auch die TICE-Busse angelegt und die CFL hat eines für den Zugverkehr. Jeder ist im Prinzip für sein System zuständig. Auf Ebene des Verkehrsverbundes gebe es allerdings auch einen Knotenpunkt, der die Verbindung zwischen den drei System herstelle, erklärt Mousel.

Der Schwerpunkt des „Verkéiersverbonds“ liegt auf dem „operativen Aspekt des öffentlichen Transports und der Information für den Kunden“, erklärt Christian Mousel, der einen Einblick hinter die technischen Kulissen des öffentlichen Transports gewährt. Wenn der Busfahrer morgens seine Schicht beginnt, meldet er sich über eine Konsole im Bus an und wird über seine Streckenplanung informiert. Mittels Geolokalisierung kann das System dann ermitteln, ob der Bus vor oder hinter dem Fahrplan liegt. Hat der Bus Verspätung, ist diese Information nicht nur für die Kunden relevant, die etwa auf dem Informationsdisplay sehen, wann mit der Ankunft am Zielort zu rechnen ist, sondern auch zur Planung der Korrespondenzen, also der Anschlussverbindungen.

Im Bereich der Buskorrespondenzen sieht Mousel noch Luft nach oben, dass beispielsweise ein RGTR-Überlandbus die Anweisung erhalten kann, ein paar Minuten zu warten, wenn die Tram in Verspätung ist, damit die Fahrgäste ihren Anschlussbus nicht verpassen. „Auf Ebene der Systeme“ sei dafür aber alles bereit, betont Mousel. Zudem würden bestimmte Verbindungen auch heute schon sichergestellt werden.

Als ein anderes Beispiel für intelligente Verkehrssysteme nennt Christian Mousel die Ampelsteuerung auf bestimmten Kreuzungen auf dem Gebiet der Hauptstadt, die es Bussen erlaubt, sich eine Priorität anzufragen beziehungsweise die Ampelschaltung so zu programmieren, dass ein Bus bei Verspätung schneller über die Kreuzung kommt. Die Stadt Luxemburg arbeite schon länger mit diesem System, das nun auch an anderen Orten im Land installiert werden soll.

Auch ein Werkzeug zur Fahrplanoptimierung

Mousel weist auch auf das langfristige Auswertungspotenzial hin. Zeigen sich etwa auf einer Linie wiederholt Verspätungen, kann der Fahrplan in der Folge angepasst werden „oder, wenn der Bedarf besteht, auch eine Busspur eingerichtet werden“.

Mit Blick in die Zukunft kann sich Mousel gut vorstellen, dass das Smartphone noch stärker zum Begleiter wird. „Dass etwa das Handy darauf hinweist, dass der Bus bald die Haltestelle erreicht, an der der Fahrgast aussteigen muss“. Oder dass in Zukunft verstärkt auch Informationen vom Pkw-Verkehr gesammelt werden können. Der stellvertretende Generaldirektor des „Verkéierverbonds“ rechnet auch damit, dass die Netzleitstellen noch mehr mit ihren ITCS-System arbeiten werden können und auch der Austausch untereinander zunehmen wird, „um die Abwicklung bestmöglich begleiten zu können“.