LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Museen in vier Ländern sind Zeugnisse der langen Schiefertradition

Das Rheinische Schiefergebirge, zu dem Eifel und Ardennen gehören, heißt zwar noch so, hat aber bald keine Schieferindustrie mehr.

Schon im Juni meldete die Webseite baulinks.de, dass das Moselschiefer-Bergwerk Katzenberg in Mayen (Eifel) bis Ende 2019 die Produktion von Moselschiefer einstellen wird, dies habe die Geschäftsleitung von Rathscheck Schiefer mitgeteilt. Wörtlich hieß es „(Geologische) Störungen in der Lagerstätte in einer Fördertiefe von ca. 400 Metern behindern demnach einen weiteren rentablen Abbau von hochwertigem Moselschiefer. Erschwerend komme hinzu, dass die Formatgrößen limitiert seien“. Daher könne die steigende Nachfrage nicht mehr befriedigt werden.Der Schiefer für die sogenannte „Altdeutsche Deckung“ kommt ab 2020 aus Rathscheck-Werken in Spanien...

Schiefer gehört zu Eifel und Ardennen

Das 200 Jahre alte Mayener Unternehmen Rathscheck ist Europas größter Anbieter von Schieferprodukten. Letzter Mohikaner unter den Untertage-Schieferbergwerken in der Großregion ist damit die Grube Altlay im Hunsrück. Dennoch, unsere Region ist ohne Schiefer nicht vorstellbar. Der vielfältige Baustoff Schiefer hat seine Spuren auf einer West-Ost-Achse von den westlichen Ardennen, über Belgien und Luxemburg, bis nahe an den Rhein hinterlassen.

Jahrhundertelang prägten dieser - anderswo teure - Baustoff und das Handwerk der Leyendecker (Schiefer-Dachdecker) die Region. Entsprechend stolz ist man auf dieses Erbe, das eine einmalige Mischung aus Bergbau und handwerklicher, fast schon kunsthandwerklicher, Verarbeitung darstellt.

Es gehörte großes Können dazu, allein mit dem Geschick der Hände aus dicken Steinen dünne Platten zu machen. Den Stolz auf diese Arbeit zeigen alle von uns aufgeführten Schiefermuseen.