LUXEMBURG
JEFF KARIER/SOPHIA SCHÜLKE

Ein Überblick über die zahlreichen Wassersportarten

Wenn man über Wassersport redet, denken die meisten vermutlich ans Schwimmen, Tauchen oder auch ans Surfen. Bei Wassersport handelt es sich um einen Sportbereich, der eine unglaubliche Vielfalt bietet. Es gibt Sportarten, die man alleine oder im Team ausübt, auf dem Wasser, im Wasser oder auch unter Wasser. Die Bandbreite ist beeindruckend.

Spaß mit Paddel oder Ruder

Angefangen mit dem KANUSPORT, der als Kanuwandern auf Flüssen, als Wildwassersport, als Wettkampfsport und in mehreren Spezialdisziplinen betrieben wird. Ebenfalls mit einem Kanu als Untersatz, aber dennoch ganz anders ist KANUPOLO, eine relativ junge Wassersportart, bei der sich die Spieler mit Kanus fortbewegen und mit den Paddeln und einem Ball auf zwei Tore spielen.

Mit einem KAJAK werden Wildwasser- oder Wanderfahrten betrieben, dies ist somit ein äußerst vielfältiger Sport, der Abenteuer pur bietet. Ebenfalls mit Booten wird der Rudersport betrieben. Hierbei kommen Rennruderboote zum Einsatz, die möglichst wenig Wasserwiderstand bieten. Es gibt verschiedene Bootklassen, mit einem bis zu acht Ruderern. Des Weiteren werden unter anderem WASSERSKI, WAKEBOARDING, WINDSURFEN oder auch REGATTASEGELN auf dem Wasser ausgeführt.

Akrobatik vor dem Eintauchen

Beim KUNSTSPRINGEN, was vornehmlich vom Ein- oder Drei-Meter- Sprungbrett ausgeführt wird, werden in der Luft verschiedene Kunststücke mit zahlreichen Drehungen präsentiert. Im SYNCHRONSPRINGEN springen zwei Springer vom gleichen Geschlecht gleichzeitig. Das TURMSPRINGEN wird von einer festen fünf oder zehn Meter hohen Plattform ausgeführt. Es folgen Drehungen um die beiden Körperachsen. Haltung, Absprung, Flug und Eintauchen werden bewertet.

Außerdem gibt es noch KLIPPEN- oder FELSENSPRINGEN. Dies ist eine Extremsportart, bei der die Springer von über 20 Meter hohen Felsen in das Wasser springen und dabei bis zu 100 Stundenkilometer erreichen. Sie müssen dabei versuchen, möglichst senkrecht einzutauchen.

Zu den Sportarten, die im Wasser ausgeübt werden zählt zuallererst das SCHWIMMEN. Hierbei gibt es allerdings eine ganze Reihe an unterschiedlichen Disziplinen und Schwimmstilen. Angefangen bei Brust- und Kraulschwimmen über Delfin- und Lagenschwimmen bis hin zu Rücken- und Schmetterlingsschwimmen. Auch die Distanz der jeweiligen Rennen, in denen die Schwimmer antreten unterscheidet sich und reicht von 50 Metern als Sprintdistanz bis hin zu 5.000 Meter. Hinzu kommt noch das Langstreckenschwimmen, bei dem bis zu 25 Kilometer zurückzulegen sind.

Außerdem gibt es noch SYNCHRONSCHWIMMEN, auch noch Kunstschwimmen oder Wasserballett genannt. Dabei werden im Wasser Küren - Schrauben und Drehungen - als Solo, Duett oder Gruppe dargeboten.

Als Team im Wasser

Zu den Wassermannschaftssportarten zählt WASSERBALL, oft auch als „Water Polo“ bezeichnet, bei dem schwimmend auf zwei Tore gespielt wird. AQUABASEBALL ist eine Variante des Baseballs, die im Wasser gespielt wird, mit einer wassertauglichen Ausrüstung natürlich.

UNTERWASSERRUGBY findet auf dem Boden eines Schwimmbads statt. Jeweils sechs mit Maske, Flossen und Schnorchel ausgerüstete Spieler pro Team versuchen einen Ball in das gegnerische Tor zu bringen. UNTERWASSERHOCKEY wird ebenfalls auf dem Boden des Schwimmbads gespielt. Zwei Mannschaften versuchen, einen Bleipuck mithilfe eines kurzen Schlägers ins gegnerische Tor zu bringen.

Ebenfalls in verschiedene Disziplinen und Arten unterteilt ist das TAUCHEN. Hier gibt es etwa Sport-, Orientierungs-, Wrack-, Höhlen- oder sogar Eistauchen. Letzteres wird in zugefrorenen Seen oder Flüssen durchgeführt. Benötigt werden Trockenanzüge und vereisungssichere Lungenautomaten. Apnoetauchen ist ebenfalls beliebt, es ist die ursprünglichste Art des Tauchens ohne künstlichen Luftvorrat. Getaucht wird nur mit der eigenen Atemluft sowie einer Tauchausrüstung. Schnorcheln wird vor allem im Urlaub betrieben und lässt einen ohne großen Aufwand und in aller Ruhe die Unterwasserwelt entdecken. Schnorchel und Taucherbrille reichen.

Das sind aber nur einige der Wassersportarten, die man betreiben kann, sei es auf Wettkampfniveau, als Hobby oder im Urlaub. Diese Auswahl gibt aber bereits eine recht klare Vorstellung, wie vielfältig Wassersport ist.

Selbst auf der Mosel kreuzen

Noch freie Sommertermine für Bootführerschein

Wenn die Tage länger und wärmer werden, sieht man sie wieder über die Mosel tuckern: die Freizeitkapitäne auf ihren Booten. Was so relaxt aussieht und eine schöne Brise von Urlaubsgefühl vermittelt, muss gar kein abwegiger Traum bleiben oder auf die Rente vertagt werden. Mit einem Bootsführerschein und einer offiziellen Zulassung für das Boot kann man selbst die heimischen Gewässer erkunden. Möglichkeiten, den Sportbootführerschein für Binnengewässer zu machen, gibt es in Luxemburg viele.

Eine führt über die „Luxembourg Waterski & Wakeboard Federation“, welche entsprechende Kurse und Prüfungen seit etwa acht Jahren anbietet, in der Regel im Frühjahr und im Herbst. Nur dieses Jahr haben Spätentschlossene Glück: Wer für Wasser und Boote brennt, kann noch am 7. und 8. Juli zum Wochenendkurs kommen und die Theorie in zweimal fünf Stunden lernen. Nach der theoretischen Prüfung, einer zweistündigen praktischen Einweisung auf der Mosel und der bestandenen praktischen Prüfung hat man den Bootsführerschein in der Tasche und kann auf internationalen Binnengewässern Freizeitboote fahren. Bis 20 Meter Länge, mit Motor oder Segel.

Knoten und Schleusen

„Bei der praktischen Einführung bekommt man Knoten und verschiedene Manöver wie An- und Ablegen gezeigt und fährt sie auch selbst“, erklärt ein Mitarbeiter der „Luxembourg Waterski & Wakeboard Federation“ auf Anfrage. Die meisten Anwärter hätten das nach zwei Stunden auch drauf, Bootfahren sei am Ende nicht so schwierig wie Autofahren, zumal allein schon der Gegenverkehr weniger ist.

Wer mehr möchte als nur Kapitän sein und auch Wasserski und Wakeboard machen will, schreibt sich am besten in die assoziierten Clubs ein, in denen das entsprechende Wissen vermittelt wird. „Eine Person zu ziehen braucht schon ein bisschen mehr Erfahrung“, heißt es dazu von der „Luxembourg Waterski & Wakeboard Federation“. In Luxemburg sind Motorboote übrigens nur auf der Mosel erlaubt. Auf dem Obersauerstausee sind Motorboote größtenteils verboten. Der Kurs der „Luxembourg Waterski & Wakeboard Federation“ für den Bootsführerschein Binnen findet am 7. Juli, 8.00 bis 16.00, in Strassen im „Maison des Sports“, 3 route d’Arlon, statt. Es sind noch Plätze frei. Die theoretische Prüfung ist für den 10. Juli, 18.00, im Wirtschaftsministerium, „Commissariat aux Affaires Maritimes“, 19-21 Boulevard Royal, vorgesehen. sophia schülke

Weitere Informationen unter www.lwwf.lu und beim Verkehrsministerium unter tinyurl.com/Binnenschifffahrt („navigation fluviale“)

Auf einen Klick

Wasserqualität online prüfen

Wo es sich in Luxemburg besonders sauber baden lässt, listet die „Administration de la Gestion de l’Eau“ ( tinyurl.com/wassersportlu) auf.

Wer sich über Badegewässer in Frankreich informieren will, schaut auf der Badeseite des Gesundheitsministeriums

( tinyurl.com/wassersportfr).

Urlauber in Deutschland können die digitale Gewässerkarte des Umwelt-bundesamtes ( tinyurl.com/wassersportde) nutzen.

Für Belgien informieren je nachdem der „État bactériologique des zones de baignade“ in Wallonien ( tinyurl.com/wassersportwa) und „Kwaliteit Zwemwater“ in Flandern ( tinyurl.com/wassersportfl).

Wen es über die Grenzen der Großregion zieht: Über die Qualität der Badegewässer können sich Urlauber auch mittels einer Karte der Europäischen Umweltagentur ( tinyurl.com/wassersporteuropa) informieren.

Die Übersichtskarte zeigt anhand verschiedener Farben, ob die Wasserqualität an einem bestimmten Strand oder See 2017 exzellent, gut, ausreichend oder schlecht war.