DEN HAAG
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Eurojust deckt Bio-Lebensmittel-Betrug auf

In enger Zusammenarbeit mit der Justizbehörde der EU, Eurojust, haben italienische und serbische Behörden einen Betrug beim Handeln mit gefälschten Bio-Lebensmitteln und -Getränken aufgedeckt. Das teilte die Justizbehörde am gestrigen Montag mit.

Ware im Wert von über fünf Millionen Euro

Demnach sei bei der Festnahme der Betrüger, deren Netzwerk im großen Stil und grenzüberschreitend gefälschte Bioprodukte aus verdorbenen Äpfeln vermarktet hatte, neun mutmaßliche Bandenmitglieder festgesetzt worden. Illegale Besitztümer im Wert von über sechs Millionen Euro sowie mehr als 1.400 Tonnen gepanschtes und illegal vertriebenes Produkt im Wert von fast fünf Millionen Euro wurden gesichert. Bei dem Einsatz wurden sechs Unternehmen untersucht, denen eine Kooperation mit der Bande vorgeworfen wird.

Der Staatsanwalt der italienischen Stadt Pisa hatte die Untersuchung ins Rollen gebracht. Er war der international in mehreren Ländern agierenden Bande auf der Schliche; diese hatte gefälschte und gepanschte Produkte auf dem Markt für Fruchtsäfte, Dosenfrüchte, Konfitüre und anderen Bio-Lebensmitteln etabliert.

Verschimmelte Äpfel genutzt

Diese wurden von der Betrügerbande aus verdorbenen Äpfeln hergestellt, die mit Schimmelpilzgiften befallen und anderen Chemikalien ausgesetzt waren. Diese seien auf keinen Fall für den Verzehr geeignet und schlimmstenfalls sogar eine Bedrohung für die allgemeine Gesundheit.

Die Betrüger sollen die verdorbenen Produkte mit Wasser und Zucker gestreckt und in weiterer Folge als Bio-Produkte aus Europa gekennzeichnet haben.

Koordiniert und kommuniziert

Eurojust koordinierte die Kommunikation und Zusammenarbeit der italienischen Behörden mit ihren Kontaktmännern in Serbien. Dabei wurde ein besonderer Fokus auf den Austausch von Informationen und Ermittlungsdaten gelegt. Damit versicherten sie einen erfolgreichen Vollzug der Festnahmen und der weiteren Untersuchungen.

Acht Festnahmen wurden in Italien durchgeführt, eine weitete in Serbien. Bei den Verdächtigen handelt es sich hauptsächlich um Menschen mit serbischer und italienischer Nationalität. Ihnen wird die Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation sowie kommerzieller Betrug angelastet.