NEW YORK
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Nach dem Bombenanschlag in New York und dem Fund mehrerer Sprengsätze hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst

Im Zusammenhang mit den Bombenexplosionen in New York und New Jersey ist ein 28-Jähriger des fünffachen Mordversuchs beschuldigt worden. Diese Anklage beziehe sich auf den Schusswechsel mit der Polizei, bei der der Verdächtige und zwei Beamte verletzt worden waren, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag (Ortszeit) in New Jersey mit. Anklage wegen der Explosionen wurde noch nicht erhoben. Das Gericht setzte die Kaution auf 5,2 Millionen Dollar fest. Der Verdächtige liegt im Krankenhaus.

Der aus Afghanistan eingewanderte Mann war nach zwei Bombenexplosionen ins Visier der Fahnder geraten. Dabei waren am Samstag im New Yorker Ortsteil Chelsea 29 Menschen verletzt worden. Eine Explosion zuvor in New Jersey lief glimpflich ab - es gab keine Verletzen. Später fanden Ermittler in New York einen nicht explodierten Schnellkochtopf und weitere fünf Sprengsätze in einer Mülltonne an einem Bahnhof in Elizabeth in New Jersey.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Linden in New Jersey, Derek Armstead, hatte der Besitzer einer Bar eine Person gemeldet, die am Eingang schlafe. Ein Polizeibeamter habe in dem Mann den gesuchten 28-Jährigen erkannt, teilten Polizei und Armstead mit. Der Verdächtige habe eine Schusswaffe gezückt und den Beamten in den Oberkörper geschossen. Der Polizist habe zum Glück eine kugelsichere Weste getragen. Weitere Beamte hätten sich einem Feuergefecht angeschlossen und den Verdächtigen überwältigt, teilte der Polizeibeamte James Sarnicki mit.

Fernsehaufnahmen zeigten, wie der Verdächtige in einen Krankenwagen geladen wurde. Er schien bei Bewusstsein zu sein. Behördenangaben zufolge wurde er wegen einer Schussverletzung am Bein operiert. Bei der Schießerei seien auch zwei Beamte verletzt worden.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sagte, es gebe allen Anlass zur Vermutung, dass es sich um einen Terrorakt handle. Das Motiv des Täters sei aber noch nicht ganz klar. Ermittler sagten, es gebe keine Hinweise auf weitere Tatbeteiligte oder zusätzliche Sprengsätze.

Der Verdächtige lebte bei seiner Familie in Elizabeth. Diese hatte eine Hähnchenbraterei betrieben, die sie nach Streit mit den städtischen Behörden schließen musste. Sie vermutete hinter den Klagen über Lärmbelästigung anti-muslimische Vorurteile. Freunde und Bekannte des Verdächtigen sagten, dieser sei nach seiner Rückkehr von einer Reise nach Afghanistan vor einigen Jahren frömmer geworden, habe sich jedoch nicht nur für Religion, sondern noch mehr für Autos interessiert. Sie beschrieben ihn als still und freundlich.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump führte die Tat auf schlechte Überprüfungen bei der Einreise zurück. Wer in die USA wolle, müsse einer extremen Sicherheitsprüfung unterzogen werden, forderte er. Als Präsident werde er nur Personen einreisen lassen, „die unser Land lieben“.