LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Themen Green Deal und Digitalisierung wichtig, Talente weniger

Der Industrieverband FEDIL hat seinen Jahresbericht vorgestellt, nachdem am 30. April die Jahreshauptversammlung erstmals in Form einer Visiokonferenz stattfand. Mit 585 Mitgliedsunternehmen aus 37 Branchen ist die FEDIL ein gewichtiger Interessenverband. Laut den Angabe des über hundert Jahre bestehenden Verbands stellt dieser 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und beschäftigt ein Viertel der Bevölkerung. Darüber hinaus steht die FEDIL für etwa 95 Prozent der Industrie in Luxemburg. Daher ist der Jahresbericht immer auch ein Hinweis auf jene Themen, die die Industrie umtreiben.

Neben nationalen Sujets wie dem Stabwechsel in der FEDIL 2019, die seither von Michèle Detaille präsidiert wird, aber auch der neuen Regierung, die nach Meinung der FEDIL nicht immer zuerst das Gespräch sucht, gab es zahlreiche internationale Themen vom Brexit über die neue EU-Kommission bis hin zu den Schwierigkeiten der deutschen Automobilindustrie und dem Handelskrieg zwischen den USA und China, die auch Unternehmen in Luxemburg berühren. Die großen Themen des Industrieverbandes bleiben jedoch der Green Deal samt Klimadebatte, die Digitalisierung und der Nachwuchs sowie die Talentfrage. Bedingt durch die Coronavirus-Krise steht Telearbeit häufiger auf der Agenda. Deren Einsatz ist denn auch der einzig positive Punkt, den die FEDIL der Krise abgewinnen kann. Hier hofft sie auf eine bessere Koordinierung mit den Nachbarländern. Hier blockiert insbesondere Deutschland mit seiner Steuerregelung die Telearbeit. Allgemein hemmt die Coronavirus-Krise die Möglichkeiten der Unternehmen, viele ihrer Pläne umzusetzen und zu investieren.

Im Verwaltungsrat der FEDIL gibt es ein Stühlerücken: Charles-Louis Ackermann (Accumlux), Adrien Ney (Luxair) und Claude Baer (Verwaltungsrat Gulf Petroleum, Strategies) gehen, Jean Muller (Moulins de Kleinbettingen) und Romain Hoffmann (Verwaltungsrat Aral Luxembourg) ziehen neu in den Verwaltungsrat der FEDIL ein.