LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Industrieverband mit neuer Identität: The Voice of Luxembourg’s Industry

Der Verband der luxemburgischen Industrie hat sich neu aufgestellt. Die 1918 gegründete „Fédération des Industriels Luxembourgeois“ (FEDIL) mit 550 Mitgliedern in 37 Sektoren vom Start-up bis zum Konzern unterstreicht damit den neuen Auftritt. „Wir wollen unser Image vor allem gegenüber der Jugend an die Realität anpassen“, betont FEDIL-Präsident Nicolas Buck. Ein Jahr, nachdem er und Geschäftsführer René Winkin ihre Ämter übernommen haben, richtet sich der Verband aufgrund des Wandels der Industrie neu aus.

Offenheit, Unabhängigkeit, Engagement

Die Reorganisation setzt auf Offenheit, Unabhängigkeit und Engagement. Vor dem Hintergrund des Einflusses digitaler Technik und Forschung auf die Produktion und beschränkter Ressourcen sowie weltweiter Talentsuche setzt die FEDIL auf Themen wie Innovation, Umwelt, Industrie 4.0 und Nachwuchsgewinnung. „Wir haben mit zahlreichen Unternehmen diskutiert, hier geht es nicht nur um ein Logo“, sagt Buck. Die Reorganisation versteht der Verbandspräsident gleichermaßen als Versprechen an Unternehmen, Partner und die Öffentlichkeit.

Drei Prioritäten

Die drei Prioritäten für die nahe Zukunft lauten : Werbung für den Sektor bei der Jugend, technologischer Wandel und nachhaltige Entwicklung. Daran arbeitet ein Team von rund 15 Leuten bei der FEDIL. „Aber wir schaffen das nur, wenn die Betriebe mitmachen“, unterstreicht Winkin. Letztlich will der Verband weg vom Image einer schmutzigen Fabrik mit rauchenden Schloten, das von der Realität schon seit Jahren entfernt ist, sich aber weiter hartnäckig in den Köpfen viele Menschen hält, vor allem junger Leute, die die Industrie fälschlicherweise oft als einen rückwärts gewandten Arbeitsplatz ansehen.

Dabei hat die Realität der digitalen Welt die vielfältigen Betriebe der Branche schon seit Jahren verändert. Auch auf internationaler Ebene führt der Verband im Rahmen zahlreicher Interessenverbände diese Arbeit vor. Die neue Identität zeigt sich nicht nur im Logo, sondern auch in einer neuen, dreisprachigen Webseite. Statt der Unterzeile „Business Federation Luxembourg“ steht künftig „The Voice of Luxembourg´s Industry“ unter dem Logo.

Damit lehnt sich die FEDIL an internationale Verbände an. Konkrete Aktionen sollen folgen oder haben schon begonnen. Dazu gehört das Jugendprogramme „Hellofuture“, für das noch Praktika bei den Betrieben gesucht werden, eine Plattform für Digitalisierung - Stichwort Luxemburg 4.0 - sowie Verhandlungen zur Arbeitszeit, weil einige Betriebe das neue Gesetz umsetzen wollen. In der Kommunikation soll das „Made in Luxembourg“ stärker betont werden. „Die Arbeit geht uns nicht aus“, versichert Winkin.