LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Premier Xavier Bettel gratuliert, Hubert Védrine unterhält und die Gäste feiern den Industrieverband in der Luxexpo

Auf der Einladung stand: „Together we are 4.0“ - und damit war das Motto für den Empfang anlässlich des 100. Jubiläums des Industrieverbandes FEDIL schon gegeben. Hier ging es nicht um die steife Feier einer vergreisten Institution, sondern um aktuelle Themen eines der Pfeiler der Wirtschaft.

Es gab keinen Kuchen, kein Ständchen und kein Gedicht. Stattdessen Tweets, Filmausschnitte und Tempo. „Wir sind kein Veteranen-Club, sondern die Zukunft“, unterstrich FEDIL-Präsident Nicolas Buck, nachdem Bilder von Persönlichkeiten wie Michèle Detaille, Carole Dieschbourg, Gaston Reinesch oder Georges Rassel eingespielt wurden.

Die 585 Mitglieder der FEDIL, die zahlreich in der Messehalle erschienen waren, sind im Hinblick
auf Branchen, Größe, Alter und Anspruch äußerst unterschiedlich. Gemeinsam stehen sie jedoch laut Buck für Technologie und Zukunftsorientierung. Und dazu gehöre ganz klar das Thema Industrie 4.0..

Land und Talente

Mit Blick auf die anwesenden Politiker - Finanzminister Pierre Gramegna, Arbeitsminister Nicolas Schmit, Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen, Sozial- und Entwicklungsminister Romain Schneider, Wirtschaftsstaatssekretärin Francine Closener, Kulturstaatssekretär Guy Arendt, Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer und viele andere - forderte Buck in seiner Rede aber noch mehr: Land für Fabriken, erneuerbare Energien, Talente, flexible Regulierungen und vor allem Leidenschaft. Ausdrücklich dankte er dem Großherzog, der ebenso wie Erbgroßherzog Guillaume anwesend war.

Weltpolitik und Sozialdialog

In seiner Rede, die sich auf Französisch mit der Vergangenheit beschäftigte und auf Englisch mit der Zukunft, sagte Buck: „Industry is the most incredible thing that ever happened to this country!“ Live-Tweets begleiteten seine Ausführungen.

Hubert Védrine, Gastredner und ehemaliger französischer Außenminister, zog den groben Rahmen der Weltpolitik, innerhalb dessen sich Länder und somit auch Unternehmen bewegen, bevor Premier Xavier Bettel in seiner Rede den Bogen von der Europapolitik und der Flüchtlingsproblematik bis hin zu zur „Green Finance“ und dem Sozialdialog spannte. Für letzteren spielt die Tripartite und somit auch die FEDIL eine große Rolle. „Ich glaube, der letzte große Streik war in den 80ern“, sagte Bettel, „und genau darin liegt unsere Stärke, dass wir miteinander reden.“ In der Industrie sieht er die Zukunft, auch wenn sie nichts mehr mit jener der Anfänge gemein habe.

Neue Kanäle und Informationen

Die FEDIL, die sich als Stimme der Luxemburger Industrie bezeichnet, verfügt seit 1920 über ein eigenes Organ, das bis heute erscheinende „Echo des entreprises“. Bislang war es ein Magazin.

Nun wird daraus - quasi als Geschenk an sich selbst - ein Online-Organ, das unter www.fedil-echo.lu noch am gleichen Abend lanciert wurde. Und unter www.fedil.lu gibt es jetzt regelmäßige Nachrichten, die auch verlinkt werden.

Die FEDIL setzt für die Zukunft auf mehr Kommunikation, vergisst aber auch die Vergangenheit nicht. Ende des Jahres erscheint ein Buch des Historikers Charles Barthel über die Anfänge und die Entwicklung der FEDIL.