LUXEMBURG
CATHY SCHMARTZ

Seit 2014 hat die Europäische Musiktherapie Konföderation EMTC den 15. November zum Europäischen Musiktherapietag ausgerufen. Auch 2019 beteiligt sich die „Gesellschaft fir Musiktherapie zu Lëtzebuerg asbl“ (GML) mit einer Jam-Session am 15. November in Mamer sowie einem Workshop am 16. November in Strassen an diesem internationalen Tag. Das diesjährige Motto „Beat the Drum! („Schlag die Trommel“) eigne sich besonders dafür, auf die Situation der Musiktherapie in Luxemburg aufmerksam zu machen, sagt die Präsidentin der GML, Cathy Schmartz.

„Beat the drum! Jeder kann sich uns anschließen, um die Trommel zu schlagen, Spannungen und andere Gefühle zu lösen, die vielleicht nicht gesagt werden (können). Indem wir in der Musiktherapie gemeinsam trommeln, empfinden wir Freude und fühlen wir uns wohl. Und wir wollen die Trommel besonders laut für die Musiktherapie schlagen - weil wir Musiktherapie und MusiktherapeutInnen stark unterstützen wollen!

Musiktherapie ist heute ein international etablierter, forschungsbasierter Gesundheitsberuf. In Europa arbeiten mehr als 6.000 MusiktherapeutInnen im Gesundheitswesen, in Schulen, Pflegeheimen oder in Privatpraxen. Sie bieten ihre Dienstleistungen für eine Vielzahl von KlientInnen an: Kinder mit Lernbehinderungen, Autismus oder Verhaltensstörungen, Erwachsene mit Depressionen, anderen psychiatrischen Störungen, Psychotraumata oder Angstzuständen sowie für ältere Menschen mit Parkinson oder Demenz...

Ein qualifizierter, ausgebildeter Musiktherapeut unterstützt seine KlientInnen musikalisch und psychologisch. So stimuliert er Entwicklung oder Wandel, je nach den spezifischen Bedürfnissen der Person. Der Einsatz der Musiktherapie ist effektiv, erfolgreich und trägt zu einem ganzheitlichen Pflegeumfeld bei.

Im Jahr 2019 ist es uns mehr denn je wichtig, die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, dass der Beruf des Musiktherapeuten in Luxemburg noch immer nicht offiziell anerkannt ist. Etwa 35 ausgebildete luxemburgische MusiktherapeutInnen können demnach nicht ihrem Beruf nachgehen. Institutionen und Organisationen haben trotz steigender Bereitschaft keine Möglichkeit, MusiktherapeutInnen einzustellen. Und vielen, zum Teil besonders vulnerablen Klienten bleibt dementsprechend der Zugang zu einer non-verbalen Therapieform verwehrt.

Nach den Ergebnissen der am 8. Oktober 2019 von Gesundheitsminister Etienne Schneider vorgelegten Studie ,État des lieux des professions médicales et des professions de santé au Luxembourg‘ sind wir jedoch optimistisch. Die in dieser Studie ausgesprochenen Empfehlungen, insbesondere zu ‚thérapeutes à médiation artistique‘ - zu denen auch MusiktherapeutInnen gezählt werden - geben uns Hoffnung, dass die offizielle und politische Anerkennung unseres Berufsstandes in Luxemburg vielleicht bald erreicht wird. Also lasst uns zusammen musizieren, damit jeder unsere Botschaft hören kann!“

www.musiktherapie.lu