LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„American Ultra“ von Regisseur Nima Nourizadeh

Regisseur Nima Nourizadeh hat iranische Wurzeln, studierte und lebt aber in London. Sein allererster Spielfilm war „Project X“, mit dem er 2012 einen ehrbaren Erfolg an den amerikanischen Kinokassen feiern konnte.

Sein zweiter Film „American Ultra“ ist ein Thriller, in dem es um ein fehlgeschlagenes Experiment des CIA geht.

Ein Schläfer erwacht

Die ersten Bilder von „American Ultra“ deuten auf einen Film über zwei Drogenabhängige hin: Mike (Jesse Eisenberg) und seine Freundin Phoebe (Kristen Stewart) sind ausgerastet und haben etwas ganz Schlimmes angerichtet. Mike, der in einem Supermarkt arbeitet und gerne mal einen Joint dreht, sitzt in Handschellen einem Polizisten gegenüber, der von ihm wissen will, wie alles angefangen hat. Nach einem ultra-schnellen Rücklauf der Begebenheiten stoppt die Kamera in Mikes Haus, und der Zuschauer erfährt, dass er plant, Phoebe einen Heiratsantrag zu machen. Dann überschlagen sich die Ereignisse.

Eine Frau, die CIA-Agentin Victoria (Connie Britton), taucht auf und sagt ihm ein paar unverständliche Sätze. Bald darauf machen sich zwei Männer an Mikes Auto zu schaffen.

Als er sie zur Rede stellen will, greifen sie ihn an, aber wie durch ein Wunder streckt er beide binnen Sekunden nieder. Unter der Leitung des arroganten CIA-Mann Yates (Topher Grace) besetzt eine ganze Armee an Agenten und Soldaten das Dorf, mit dem Ziel, Mike unschädlich zu machen.

Mike wurde nämlich vor Jahren in ein CIA-Experiment eingebunden, das aber schief lief. Aus dem ausgebildeten Killer wurde alsdann ein Schläfer, den Victoria durch ihre Geheimwörter wieder aktiviert hat. Jesse Eisenberg in der Rolle eines gnadenlosen Killers, ist sicher das kurioseste Element in diesem Thriller, hat man den Schauspieler als Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in „The Social Network“ in Erinnerung, einer extrem braven Rolle . Allerdings hat seine Filmkarriere mit einigen Horror- und Fantasyfilmen angefangen, wie zum Beispiel „The Village“, „Cursed“ oder „Zombieland“.

Klassisch

Dieses Jahr gewann Kristen Stewart den César als beste Nebendarstellerin in „Clouds of Sils Maria“ und ließ ihre Vampir-Rolle aus der „Twilight“-Saga vergessen. Beide harmonieren recht gut als bekifftes Paar, das plötzlich in eine extreme Situation versetzt wird. Ansonsten hat Regisseur Nourizadeh seinen Film recht klassisch inszeniert, mit einer Einleitung, dem eigentlichen Plot, dem Showdown und ein paar kleinen Überraschungen.

Lediglich einige ironische und leicht parodistische Einlagen lockern das doch recht spannende Geschehen auf, das allerdings weiter nichts Neues oder Originelles zu bieten hat.