WIEN
LJ MIT AP

Grünen-Politiker Alexander Van der Bellen ist nun Bundespräsident Österreichs

„Ich gelobe“ - Alexander Van der Bellen ist feierlich in sein neues Amt als österreichischer Bundespräsident eingelobt worden. Der 73-Jährige legte am Donnerstag kurz vor Mittag in der Wiener Bundesversammlung seinen Amtseid ab. Ab sofort ist er österreichisches Staatsoberhaupt.

Einsatz in Wien und Graz

IS-Terrorverdächtige festgenommen

Die österreichische Polizei hat acht IS-Terrorverdächtige festgenommen. An den Razzien am frühen Donnerstagmorgen in Wien und Graz seien Spezialeinheiten und Hunderte Polizisten beteiligt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Den Festgenommenen werde vorgeworfen, in Aktivitäten der Terrormiliz Islamischer Staat verwickelt zu sein.

Erst vergangene Woche hatte die Polizei in Wien einen 17-Jährigen festgenommen, der nach Behördenangaben radikaler Salafist ist und inzwischen eingeräumt hat, sich am Bau einer Bombe versucht zu haben. Ob die Festnahmen vom Donnerstag damit zusammenhängen, ist eher fraglich, denn sie waren den Angaben zufolge schon seit Längerem geplant. Offenbar gehen sie auf Ermittlungen unter Anhängern eines aus Serbien stammenden Geistlichen zurück. Dieser war im vergangenen Jahr in Graz zu 20 Jahren Haft verurteilt worden, weil er Dutzende junge Männer für den IS rekrutiert hatte.

Laut Wiener Innenministerium haben seit 2012 knapp 300 Menschen Österreich verlassen, um sich im Nahen Osten radikalen Gruppen anzuschließen. Dort wurden rund 50 von ihnen getötet. Etwa 90 sollen nach Österreich zurückgekehrt sein. (AP)

Van der Bellen hatte sich ein monatelanges, dramatisches Rennen um die Präsidentschaft gegen den Rechtspopulisten Norbert Hofer geliefert. Zunächst hatte er die erste Stichwahl mit minimalem Vorsprung gewonnen, dann entschied das Verfassungsgericht nach Protesten von Hofers FPÖ, dass die Abstimmung wegen Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung wiederholt werden müsse.

Anschließend wurde ein Stichwahltermin für den Oktober festgelegt. Dieser wurde musste aber wegen fehlerhafter Klebestreifen bei den Umschlägen für die Briefwahl auf den 4. Dezember verschoben werden. Hier setzte sich Van der Bellen klar durch. Mit der letztlich gültigen Wahl endete der längste Wahlkampf in der Geschichte der österreichischen Demokratie.

Die Bundespräsidentenwahl war auch im Rest Europas mit Spannung verfolgt worden. Ein Sieg Hofers hätte nach Ansicht von Beobachtern auch anderen rechtspopulistischen Parteien, etwa in den Niederlanden und in Frankreich, Auftrieb verschaffen können.

Van der Bellens Antrittsrede: http://www.bundespraesident.at/newsdetail/artikel/erste-rede-des-neuen-bundespraesidenten/