LUXEMBURG
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UNICEF-Benefizkonzert in der Philharmonie mit junger Harfenistin und anderen Talenten

Pünktlich zum Fest: An diesem Samstag steht der Kammermusiksaal der Philharmonie Luxemburg ganz im Zeichen der Nächstenliebe und der Besinnlichkeit. Dort lädt das „Orchestre Philharmonique du Luxembourg“ zusammen mit bekannten Künstlern der luxemburgischen Musikszene und dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF zum Benefizkonzert für einen guten Zweck; Klassik und Jazz sollen sich die Klinke in die Hand geben, wenn das Benefizkonzert unter dem Motto „#sharethewarmth“ für die Winterkleidungssammlung des Kinderhilfswerk für syrische Kriegsflüchtlinge sammelt.

Gesetzt sind herausragende Künstler wie der Jazz-Gitarrist David Laborier, Grammy-Preisträger und Trompetist Gast Waltzing, der deutsche Pianist Joseph Moog. Ein abwechslungsreiches Programm dürfte Besucher demnach erwarten - vom Klavierquartett über sentimentale Klänge eines Streichtrios bis hin zu einem anregenden Solo-Spiel eines Jungtalentes: Der jungen Harfenistin Chanel Perdichizzi. Das 18 Jahre alte Jungtalent spielt „Le Jardin Mouillé“ des französischen Komponisten Jacques de la Presle und will im Solo die feinen Klänge flüsternder Geräusche von fallenden Tropfen nachahmen. Allein den Ton angeben. Keine leichte Aufgabe. Lampenfieber kennt die Künstlerin aber keins: „Stress und Sorge hat vermutlich jeder zumindest zum Teil“, gibt sie sich wacker. „Aber wenn es soweit ist, und ich spielen kann, dann ist die Aufregung wie weggeblasen, und ich kann das gesamte Konzert genießen.“

Früh übt sich

Hier spricht die Erfahrung aus ihr. Wenig überraschend, spielt sie doch schon bereits seit über zwölf Jahren. „Die Harfe ist quasi zu mir gekommen“, erklärt sie. Bereits im jungen Alter hat sie einen Harfenspieler beim Musizieren begeistert zuhören können und sich deshalb schon mit sechs Jahren dazu entschlossen, selber Harfenistin zu werden. Ohnehin kam der Schritt zur klassischen Musik recht logisch: „Meine Eltern sind beide Violinisten“, erklärt sie. Der Vater spiele so im Orchester, ihre Mutter unterrichte. „Da wurde der Schritt hin zur klassischen Musik praktisch bereits in die Wiege gelegt.“

Sie selbst hat gleich drei Vorbilder aus der Harfenszene: Die beiden Franzosen Xavier de Maistre und Emmanuel Ceysson sowie die Belgierin Anneleen Lenaerts. „Sie spielen so präzise und atemberaubend“, erklärt sie. „Aber sie sind mehr als das; sie drücken dem Harfenspiel auch ihren ganz eigenen Stempel auf, haben ihren eigenen, individuellen Stil“, meint Perdichizzi. Deshalb verfolgt sie die Karriere als Harfenistin mit Begeisterung; derzeit befindet sie sich noch in der schulischen Ausbildung. „Derzeit bin ich in einer fünfjährigen Ausbildung, an deren Ende ich dann hoffentlich mein Können nochmals verbessert habe“, erklärt die Künstlerin. „Danach sehe ich dann, wie es weiter geht.“ Ohnehin lerne man als Harfenistin - wie allgemein in der Musik - nie richtig aus, und so sei es töricht, „sich jetzt schon allzu feste Pläne zu fassen“, wie Perdichizzi betont.

Optionen gebe es aber durchaus: „Ich könnte damit etwa unterrichten“, meint sie. Das wäre auch nicht so unüblich, wie sie erklärt: „Quasi jeder Harfenist geht früher oder später einmal unter die Lehrenden.“ Ansonsten bliebe natürlich auch die Option, Teil eines Orchesters zu werden. „Ich will mich aber noch nicht festlegen“, betont Perdichizzi. „Das ist für Harfenisten üblicherweise keine gute Idee.“

Eine Karriere als Harfenistin bedeute aber auch sehr vielseitige Auftritte: Mal als Mitglied von Orchestern wie den Orchestern von Lüttich oder Luxemburg, mal als Solo-Stück, wie es beim Benefizkonzert der Fall sein wird. „Das alles bedeutet eine immer andere Vorbereitung und eine andere Arbeit“, meint sie. Meist hänge das auch von den räumlichen Gegebenheiten ab - etwa, wenn sie in einem alten Festsaal eine Solo-Darbietung spielen kann, weil sich hier die klanglichen Qualitäten besonders heraus stechen lassen. Dann wieder spielt sie als Teil eines Ensembles, wodurch auch gemeinsames Proben und Feinfühligkeit für die anderen Instrumente wichtig wird. „Am 3. Februar etwa spiele ich in Ettelbrück als Teil eines Ensembles, da ist die Vorbereitung eine ganz andere“, meint sie.

Wer so groß raus will, muss natürlich klein anfangen - aber dann schnell lernen. „Es gibt erst kleinere Harfen für Anfänger und Kinder, aber man arbeitet sich schnell zu den größeren Modellen hoch - besonders zu Modellen mit Pedalen“, erklärt sie. Deren Position bestimme die Noten, ähnlich wie die schwarzen Tasten und Pedale beim Klavier. „Wer das nicht möglichst früh verinnerlicht, lernt es nie“, meint sie.


Mehr Informationen zur Künstlerin unter www.chanelperdichizzi.com