LUXEMBURG
MARC ANGEL

Nicht nur Frauen setzen sich für Frauenrechte ein, auch Männer tun dies, unterstreicht Marc Angel. Der LSAP-Politiker, der bald ins Europaparlament einziehen wird, setzt sich schon länger auf unterschiedlichen Ebenen für mehr Gleichberechtigung ein.

„Seit meinem Eintritt in die Politik war mir das Thema Gleichstellung zwischen Frauen und Männer sehr wichtig. Als Präsident der Jusos habe ich anfangs der 90er Jahren eine Geschlechterquote für das Nationalbüro eingeführt. Auch als Gemeinderat der Stadt Luxemburg waren Rechte von Frauen und Kindern immer Teil meines Engagements.

Als ich dann 2004 in die nationale Politik wechselte und mich besonders für Außen-, Kooperations- und Verteidigungspolitik einsetzte, habe ich sehr schnell gemerkt, dass die Stärkung von Frauenrechten und das Thema Gleichstellung zu Recht sehr stark in der Kooperationspolitik behandelt wurden. In der Außen- und besonders in der Verteidigungspolitik wurden diese essenziellen Themen fast nie in Betracht gezogen – trotz der Resolution 1325 ‚Frauen, Frieden und Sicherheit‘ vom UN Sicherheitsrat aus dem Jahr 2000.

In internationalen Foren wie beispielsweise dem NATO-Parlament habe ich meine Kolleginnen stets unterstützt, die Agenda ‚Frauen und Sicherheit‘ nicht nur in sogenannten ‚Side-Events‘ zu behandeln, sondern auf die Tagesordnung der Sitzungen zu setzen. Ziel ist und muss es sein, Gleichstellung, Teilhabe und Schutz von Frauen als zentrale Bestandteile von Außen- und Sicherheitspolitik zu verankern. Im NATO-Parlament ist das uns gelungen.

Zweimal im Jahr treffen sich Europaabgeordnete und Vertreterinnen und Vertreter aus den nationalen Parlamenten der EU-Mitglieds- und Kandidatenstaaten, um über die Gemeinsame Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu diskutieren (GSVP/GASP). Zusammen mit der luxemburgischen Präsidentin des Verteidigungsausschusses der Chamber setzen wir uns ein, damit auch auf dieser Ebene die Rolle der Frauen in Verteidigungsfragen gestärkt wird.

Es ist lobenswert, dass die Regierung 2018 einen nationalen Aktionsplan für die Umsetzung der UN-Resolution 1325 vorgestellt hat, auch freue ich mich, dass Luxemburg sich in der Regierungserklärung 2018-2023 zu einer feministischen Außenpolitik bekennt. Nun ist es an uns, an allen Frauen und Männer dafür zu sorgen, dass diese Vorhaben auch umgesetzt werden.

Dies ist umso wichtiger in Zeiten, da Rechtspopulisten und die Nationalisten sich immer wieder auf rückständige Rollenbilder stützen. Für diese Patriarchen gilt noch immer die Devise, dass Männer das Land verteidigen und Frauen Kinder produzieren sollen. Wenn wir die Demokratie stärken wollen, brauchen wir mehr feministische Männer in der Politik!“