Bereits seit elf Jahren versammelt er die Fans der japanischen Popkultur in Luxemburg: Der Verein „Anilux“ ist quasi wie ein zweites Zuhause für viele Liebhaber von Manga, Anime, Videospielen oder Musik aus dem Land der aufgehenden Sonne. Initialzündung war das monatliche Fantreffen, das 2003 zum ersten Mal stattfand, erklärte Daniel Schmitz, aktueller Präsident des Vereins, im „Journal“-Interview. Seitdem hat sich viel getan in dem kleinen Club, der heute als ausgewachsene ASBL existiert.
Grenzenlose Freude
Zu Beginn waren es gerade einmal eine Handvoll Enthusiasten, mittlerweile gibt es etwa 40 feste Mitglieder in dem Verein. Doch wieso interessieren sich so viele Jugendliche mittlerweile für die bunte Popwelt Japans? „Der Reiz, der von der japanischen Populärkultur ausgeht, besteht, denke ich, darin, dass sie anders und vielfältig ist“, meint dazu Daniel Schmitz und fährt fort: „Der Style und die Erscheinung Japans geben uns das Gefühl, in eine Welt einzusteigen, die es hier so gar nicht gibt.“ Das liegt auch daran, dass man sich von Beginn an nicht auf Manga begrenzt hat, sondern die gesamte Palette abdeckt: Sowohl Film- als auch Animationsfans finden hier neben Videospielern und Musikfans Anschluss. Auch wenn es ums Cosplay, also das Verkleiden als Figur aus einem Anime, Manga oder Videospiel, hat hier einen festen Platz. Vor allem in diesem Punkt hat sich aus der Sicht von Daniel Schmitz sehr viel in der Gesellschaft getan: „Die Toleranz Cosplay gegenüber hat einen großen Sprung gemacht. Vor ein paar Jahren wurde man noch oft schief angekuckt oder beleidigt, wobei man heutzutage eher gefragt wird, was man macht oder um was es eigentlich geht.“
Kontakte knüpfen, sich über aktuelle Serien austauschen und langjährige Freundschaften knüpfen - Darum geht es beim monatlichen Treffen, das immer am letzten Samstag um 14.00 am Hauptbahnhof an den Start geht. „Die meisten Treffen stehen unter einem Motto, zu dem es dann verschiedene Aktivitäten gibt. Zum Beispiel werden im Sommer Picknicks gemacht“, erklärt Daniel Schmitz weiter. Üblich ist eine Runde durch die Stadt, wo einige Stammgeschäfte aus dem Comic- und Videospielbereich abgeklappert werden. Auch ein Besuch beim Asiamarkt steht auf dem Plan. Abends wird dann etwas zusammen gegessen. Verstärkt ist man übrigens mittlerweile auf den verschiedenen Events unterwegs. Auf der diesjährigen LuxCon waren sie mit einem Stand vertreten und konnten dort erneut für Aufmerksamkeit sorgen.
Linguistische Barrierefreiheit
Ein typisches Thema für fast jede Fangemeinde in Luxemburg ist natürlich die Sprache. „Sprachbarrieren gibt es eigentlich kaum“, stellt der Präsident des Vereines fest. Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch werden von den meisten gesprochen, so dass es keine Dominanz einer einzelnen Sprache zu geben scheint. Und über welche Serien spricht man im Moment am meisten? Daniel Schmitz verrät, dass vor allem „Sword Art Online“, „Attack on Titan“, „Tokyo Ghoul“ und „No Game No Life“ aktuell sehr beliebt sind.
Natürlich ist der Verein auch online unterwegs:
Sowohl auf www.anilux.lu als auch auf Facebook unter www.facebook.com/groups/aniluxasbl/ wird man hier fündig



