LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Erfolgreiche 31. Auflage des „Festival des migrations“

Drei Tage lang standen die LuxExpo-Hallen im Zeichen der Begegnung: Die 31. Auflage des „Festival des migrations, des cultures et de la citoyenneté“, das gleichzeitig mit dem 14. Salon des Buches und der Kulturen und der zweiten Ausgabe der Kunstausstellung „ArtsManif“ stattfand, lockte laut einer ersten Bilanz zwischen 25.000 und 30.000 Besuchern an, davon ging auf „Journal“-Nachfrage Kristel Pairoux vom Clae gestern Nachmittag aus. Allein am Salsa-Abend am Samstag hätten sich etwa 2.000 Personen eingefunden, so Pairoux. Die Hallen waren auch am Sonntag noch gut gefüllt. Über 400 Stände bieten inzwischen auf dem Festival der Kulturen unterschiedlichste Dinge an. Unter dem Motto „Begegnungen schaffen“ ging es dem „Comité de liaison des associations d‘étrangers“ (CLAE) auch diesmal wieder darum, das Entdecken anderer Speisen, Musik, Sprache und Ideen sowie den kulturellen und menschlichen Austausch zu fördern.

Die inoffizielle Eröffnung des Festivals fand bereits am Freitagabend statt, wo mit Vertretern der verschiedenen Parteien über die Europawahlen diskutiert wurde. Das Festival wird vom Ministerium für Familie und Integration, der Stadt Luxemburg, dem Nationalen Kulturfonds und der „Oeuvre Grande-Duchesse Charlotte“ unterstützt.

Plädoyer für Teilnahme und Offenheit

Clae-Präsident Furio Berardi sagte in seiner Ansprache zur offiziellen Eröffnung am Samstagnachmittag, die Regierung müsse nicht nur die politische, sondern auch die soziale und kulturelle Teilnahme von Ausländern in Luxemburg begünstigen. Er plädierte außerdem für eine offene Gesellschaft, frei von Diskursen der Angst.

Solidarität statt Einzelgängen

Berardi ging auch auf die jüngsten Zahlen über die Einschreibungen von EU-Ausländern auf den Wählerlisten ein. Dass die Einschreibungsrate in fast allen Gemeinden steige, sei ein ermutigendes Zeichen. Außerdem hätten seit Inkrafttreten des Nationalitätengesetzes jährlich über 4.000 Personen die luxemburgische Nationalität angenommen, die dadurch auf den Wählerlisten eingeschrieben seien. Mehr als zwei Drittel dieser Menschen stammten aus europäischen Ländern. Nicht immer falle die Entscheidung leicht, für die luxemburgischen Abgeordneten oder die Abgeordneten aus dem Heimatland abzustimmen. Laut den vor wenigen Tagen veröffentlichten Zahlen haben sich 19.127 EU-Bürger in die Wahllisten für die Europawahl eintragen lassen, 1.600 mehr als noch 2009. Die Zahlen beziehen sich jedoch nur auf 69 Gemeinden.

Berardi warnte auch davor, dass die Solidarität in Europa zusehends abnehme. „L‘Europe doit dépasser la politique du repli national qui domine actuellement les Etats-membres“. „L’Europe sociale est au point mort“, so Berardi weiter. Errungenschaften wie die Personenfreizügigkeit anzugreifen stelle einen Angriff auf die Existenz der Europäischen Union selbst dar, sagte Berardi in Richtung des Schweizer Referendums.