LUXEMBURG
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Was das Kulturministerium tut, um die Festivaltradition in Luxemburg am Leben zu halten

Vor wenigen Monaten ging die letzte Ausgabe des „Food For Your Senses“ (FFYS) über die Bühne. Das vom „Den Atelier“ organisierte „Rock A Field“ pausiert derweil seit einigen Jahren, und niemand glaubt mehr so richtig an die Rückkehr des Festivals. Dafür hat der gleiche Konzertveranstalter aber zusammen mit dem Kultur- und Begegnungszentrum neimënster letztes Jahr mit dem
„Siren’s Call“ ein neues großes Musikevent aus der Wiege gehoben, das vor ein paar Wochen in die zweite Runde ging. Und was tut sich sonst so in puncto Musikfestivals in Luxemburg? Das wollte nun auch die Abgeordnete Djuna Bernard (déi gréng) von Kulturministerin Sam Tanson wissen.

Organisatoren werfen das Handtuch

In ihrer parlamentarischen Anfrage ging sie auf die Beliebtheit dieser Event-Art und ihres zunehmenden Erfolgs ein, der letztlich der Initiative vieler Freiwilliger zu verdanken sei. Musikfestivals würden zudem zur Demokratisierung der Kultur beitragen, meinte Bernard. Jedoch kam sie nicht umhin, festzustellen, dass auch die Weiterführung bewährter Festivals keine Selbstverständlichkeit sei, wie jüngst am Beispiel des FFYS deutlich wurde. Aufgrund wiederkehrender logistischer Schwierigkeiten hätten sich die Organisatoren veranlasst gesehen, keine weitere Auflage folgen zu lassen.

Von der Kulturministerin wollte die Grünen-Abgeordnete nun Näheres bezüglich Anzahl und Art der bestehenden Festivals erfahren. Auch für die finanzielle oder logistische Unterstützung seitens des Ministeriums interessierte sich Bernard. Die Frage, welche Maßnahmen das Kulturministerium zu ergreifen gedenke, um den Fortbestand der existierenden Projekte zu gewährleisten, sollte Tanson ebenfalls beantworten.

46 Festivals in sechs Jahren

Zwischen 2014 und 2019 seien insgesamt 46 Musikfestivals im Großherzogtum organisiert worden, informierte die zuständige Ministerin, davon seien zehn in Luxemburg-Stadt über die Bühne gegangen. Was das Musikgenre anbelangt, so haben Pop/Rock sowie klassische Musik mit jeweils elf Festivals klar die Nase vorn. Neun Events lassen sich nicht genau eingrenzen, beziehungsweise werden unter „Interdisziplinär“ aufgelistet.

In welchem Rhythmus und in welcher Regelmäßigkeit diese musikalischen Veranstaltungen stattfinden würden, könne das Ministerium nicht beeinflussen, bemerkte Tanson. Der Großteil werde aber einmal pro Jahr organisiert. Dass einige Festivals verschwunden seien, führte sie derweil auf ganz verschiedene Ursachen zurück: logistische Probleme, Finanzfragen oder auch noch, weil sich die freiwillige oder professionelle Mannschaft aus kreativen oder sonstigen Gründen dazu entschlossen habe, das Projekt nicht weiterzuführen.

Finanzielle Unterstützung durch das Ministerium

Sämtliche Festivalorganisatoren in Luxemburg kämen in den Genuss eines „Subside pour la création artistique“ seitens des Kulturministeriums, so Tanson, vorausgesetzt eine entsprechend Anfrage würde mindestens zwei Monate im Vorfeld des Events an die zuständige Abteilung gerichtet. Die Höhe dieser Unterstützung sei von verschiedenen Faktoren in Bezug auf das Festival abhängig. Die „Commission des subsides“ des Kulturministeriums berate sich mit dem Verantwortlichen der ministeriellen Musikabteilung bezüglich solcher Aspekte wie: anvisierter Publikumsumfang, Produktionskosten des Festivals, Anteil der beteiligten luxemburgischen Künstler, Qualität des Events, Alter des betreffenden Festivals sowie der Umfang und der Grad der Interdisziplinarität des Projekts.