LUXEMBURG
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Die luxemburgische Studentin Michèle Frantz singt im Vokalensemble des „Collegium musicum Bonn“

Das Vokalensemble des „Collegium musicum Bonn“ lädt am 27. und 28. Juli auf seine Konzertreise in Luxemburg ein. Unter dem Motto „Die Macht der Nacht - Gott, Mensch und Natur“ und unter der Leitung von Ansgar Eimann laden die jungen Sänger das Publikum zu einer abwechslungsreichen Anschauung der Nacht ein. Im Interview erzählt die luxemburgische Studentin Michèle Frantz, was genau die Konzertbesucher erwartet, aber auch wie sie ihre Leidenschaft fürs Singen entdeckt hat.

Du bist eine der 30 Sänger dieses Vokalensembles. Kannst Du uns etwas mehr über Dich erzählen?

Michèle Frantz Ich bin 30 Jahre alt, komme aus Diekirch und studiere zurzeit Germanistik in Bonn. Seit 2017 singe ich im Vokalensemble des „Collegium musicum in Bonn“. Davor habe ich auch schon sowohl im großen Chor des „Collegium musicum Bonn“ als auch im Kammerchor an der Universität Bonn gesungen. Mittlerweile singe ich während des Semesters also in zwei Chören und während der vorlesungsfreien Zeit in einem. Im großen Chor bin ich seit ein paar Jahren Stimmführerin im Sopran und im Kammerchor bin ich neuerdings im Vorstand für die Probenorganisation zuständig. Zudem unterstütze ich das Vokalensemble, wo ich kann und gehöre aktuell zum Konzertreiseorganisationsteam.

Wie bist Du zum Singen gekommen?

Michèle Ich singe eigentlich schon, seit ich denken kann. Früher habe ich vorm Schlafengehen mit meiner Mutter ein Gebet gesungen. Dann besuchte ich die musikalische Früherziehung im „Conservatoire de musique du Nord“, wo ich dann auch fünf Jahre Solfège absolviert, Klavier und Klarinette gelernt habe und später auch Gesangsunterricht hatte. Nach einem Auftritt in der Kinderoper wurde mir immer wieder empfohlen, weiterhin zu singen. Da das ganze mir sehr viel Spaß macht, bin ich auch gerne dabei geblieben.

Wie sieht denn eine typische Woche in Bezug auf das Singen aus?

Michèle Da ich in drei Chören des „Collegium musicum Bonn“ singe, hat das Singen schon einen großen Stellenwert in meinen Wochen. Ich habe während des Semesters jeden Dienstag Probe mit dem großen Chor und donnerstags mit dem Vokalensemble. Hinzukommen einige Probewochenenden, während denen wir alle zusammen zum Proben in eine Jugendherberge fahren. Dann gibt es auch noch die Konzerte, die man dazu zählen muss. Zuhause übe ich allerdings nur selten. Das kommt dann vor, wenn ich entweder mal gefehlt habe oder wirklich schwierige Stücke zu üben habe.

Was fasziniert Dich so am Singen?

Michèle Ich kann ehrlich gesagt nicht genau sagen, was die Faszination am Singen ist. Ich weiß, dass es mir einfach gut tut und unheimlich viel Spaß macht. Außerdem habe ich hier wunderbare Menschen kennengelernt, die meine Freunde geworden und wie Familie für mich sind. Es ist einfach etwas ganz Besonderes, wenn man zusammen singt und gemeinsam einen Klang entstehen lässt und andere Menschen mit der Musik berührt. Es ist eine außergewöhnliche und besondere Gruppendynamik.

Welche Musikrichtung wird im Chor gesungen, und gibt es noch andere Musikgenres, in denen Du gerne singst?

Michèle Während sich der große Chor mit seinen nahezu 100 Mitgliedern hauptsächlich oratorischen Werken oder auch großen Messen und Kantaten verschrieben hat, musiziert das Vokalensemble filigranere A-Cappella-Programme. Das Vokalensemble besteht aus rund 30 engagierten Sängerinnen und Sängern und gestaltete erstmals im Winter 2017 ein Adventskonzert zugunsten der Initiative für Flüchtlinge in Bonn. Zum Repertoire gehören neben geistlichen A-Cappella-Werken in Renaissance und Barock auch Werke des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur musikalischen Moderne. Am 200-jährigen Jubiläum der Universität Bonn, im Sommer 2018, beteiligte sich das Vokalensemble mit einem lockeren und bunt gestalteten „Come in and stay a while“. Ich bin jedoch sehr offen, was Musikgenres angeht. Zuhause trällere ich auch zu modernen Popsongs oder was eben gerade so im Radio läuft.

Könntest Du Dir vorstellen als professionelle Musikerin zu arbeiten?

Michèle Die Musik war schon immer mein Hobby, und ich denke, das sollte auch so bleiben. Es war für mich immer eine Möglichkeit, vom Alltag abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen. Ich wollte nie, dass ich mir die Freude an der Musik nehme. Außerdem denke ich, dass ein bisschen und gerne Musik machen nicht ausreicht, um professionelle Musikerin zu werden. Ich denke, es ist ein harter Job, in dem man auch sehr konkurrenzfähig sein muss.

Am 27. und 28 Juli wirst Du mit dem Chor eine Konzertreise nach Luxemburg unternehmen. Warum kommt die Uni Bonn ausgerechnet nach Luxemburg?

Michèle Das Vokalensemble wollte eine Reise machen und es stand fest, dass diese am letzten Wochenende im Juli stattfinden soll. Wir wollten ein attraktives Ziel in unmittelbarer Nähe finden, und so entschieden wir uns für Luxemburg. Das Orchester des „Collegium musicum“ war auch schon kurz nach seiner Gründung im Jahr 1956 in Wiltz und Echternach und gab ein Benefizkonzert zugunsten des Wiederaufbaus der Basilika in Echternach. Auch später war das Collegium wieder in Luxemburg, und da möchte das Vokalensemble jetzt anknüpfen.

Was erwartet die Konzertbesucher?

Michèle Als Besucher unserer Konzerte kann man sich auf ein Stündchen klassische A-Cappella-Werke von unter anderem Clara Schumann, Richard Strauss, Hugo Wolf und Jos Kinzé freuen.

Welche musikalischen Ziele verfolgst Du für die Zukunft?

Michèle Mein Ziel ist es, weiter im Chor zu singen, solange ich hier bin. Ich denke es wird immer Möglichkeiten geben, um Musik zu machen, und ich hoffe, dass das dann später auch mit meinem Beruf vereinbar ist. Mal sehen, wo es mich dann in Luxemburg musikalisch hinbringt.


Mehr im Netz: www.collegiumusicumbonn.de;

tinyurl.com/musicum

„Collegium musicum Bonn“ in Luxemburg

KONZERTE AM WOCHENENDE

Vom 26. bis 29. Juli besucht der Chor des „Collegium musicum Bonn“ Luxemburg. Ihre klassischen A-Cappella-Werke singen sie am 27. Juli um 20.00 in der Evangelischen Kirche in Luxemburg-Stadt und am 28. Juli um 18.00 in der Dekanatskirche St. Laurentius in Diekirch.
Freie Platzwahl. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.