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Verschiedene Optionen werden geprüft - Verlegung auf späteres Datum möglich

Das weltberühmte Filmfestival von Cannes wird wegen der Corona-Krise nicht wie geplant im Mai stattfinden. Das teilte der Veranstalter am Donnerstagabend via Twitter mit. Eigentlich sollte die 73. Festival von Cannes vom 12. bis zum 23. Mai an der französischen Riviera laufen; der US-Regisseur Spike Lee ist laut einer früheren Mitteilung Präsident der Jury.

Es würden nun verschiedene Optionen geprüft - eine sei eine Verlegung auf Ende Juni oder Anfang Juli. Bei dem Festival winkt als Auszeichnung traditionell die Goldene Palme.

Wichtiger Termin auch für Luxemburg

Auch für die luxemburgische Filmbranche ist Cannes stets ein wichtiges Rendezvous. Seit fast 20 Jahren ist das Großherzogtum an der Croisette vertreten, dies aber nicht im Rennen um die Goldene Palme, sondern geschlossen als Filmsektor mit einem Stand bei einem der größten Filmmärkte der Welt. Der „Marché du film“ gilt als das geschäftliche Pendant zum prestigeträchtigen Festival. Da die ganze audiovisuelle Welt während zehn Tagen in Cannes zusammenkomme, biete sich die Gelegenheit, mit vielen wichtigen Leuten in Kontakt zu treten, hatte Guy Daleiden, Direktor des Luxemburger Film Fund, noch im Vorfeld der letztjährigen Auflage im Gespräch mit dem „Lëtzebuerger Journal“ beschrieben. Nirgends sonst könne man innerhalb derart kurzer Zeit, auf so viele Filmschaffende treffen. „Jeder ist da - Produzenten, Regisseure, Schauspieler, Presse, Vertreter der Filmförderung und so weiter -, sodass man wirklich davon profitieren kann, ein Maximum an Gesprächen zu führen. Viele Initiativen und Partnerschaften finden in Cannes ihren Anfang“, hatte Daleiden erklärt. Diese Möglichkeit wird es nun in diesem Jahr nicht geben, zumindest nicht im Mai. Es versteht sich von selbst, dass die Filmwelt auf die Verlegung auf ein späteres Datum hofft.

Der Veranstalter ließ derweil offen, wann die Entscheidung über das weitere Vorgehen fallen soll. Entscheidend sei die Entwicklung der Gesundheitslage in Frankreich und weltweit. Es sei eine Abstimmung mit der französischen Regierung oder der Stadt Cannes geplant.

Frankreich hatte im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie zu Wochenbeginn eine Ausgangssperre für seine Bürger angeordnet. Bisher starben in dem Land nach Angaben des Gesundheitsministeriums 372 Menschen.