CLAUDE KARGER

„Während er im Ausland oft im Rampenlicht steht, sind seine Zuständigkeiten in Luxemburg weniger glamourös“, schrieb gestern eine „Wort“-Politzirkusbeobachter-Dinosaurierin über den Staatspremier. Dabei macht dieser sich überhaupt nix aus Glamour, wie der RTL-Streifen „#Xavier - ee Joer mam Premier“ hinlänglich zeigt, in dem auch zu sehen ist, dass der Regierungschef das Land nicht nur „hinter den altehrwürdigen Mauern des Hôtel de Bourgogne“, wie das „Wort“ meint, sondern vor allem auch außerhalb in die digitale Zukunft steuert. Vielleicht wird die Offensive auch mal verfilmt. Im „T“ macht man sich jedenfalls schon Sorgen, dass das Kulturkapitel des blau-rot-grünen Fahrplans bis 2023 einmal in die Kinos kommt: „Falls irgendwann jemand dem Wahnwitz anheimfallen sollte, jenen Teil des neuen Koalitionsvertrags, der sich auf die Kultur bezieht, verfilmen zu wollen, dann käme dabei definitiv kein Action-Film heraus“. Die schwammigen Akzente würden aber die Fantasie derart anregen, dass deren praktische Umsetzung, „ebenso gut in einer schwülstigen romantischen Komödie wie auch in einem postapokalyptischen Horrorstreifen resultieren könnte“. Vielleicht schreibt die grüne Powerfrau im „Bâtiment des Terres Rouges“ aber auch ein völlig anderes Drehbuch. Schließlich mag sie „Nouvelle Vague“-Kino.