LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Ausstellung „Pitch“ zeigt in den „Rotondes“ die Arbeit der Drehbuchautoren und Grafiker

Da werden Erinnerungen wach: Wenn man dieser Tage die Galerie der „Rotondes“ betritt, glaubt man sich fast in einer Videothek der Achtzigerjahre. Überall hängen Filmplakate und warten Videokassetten darauf, in Augenschein genommen zu werden. Ausleihen kann man die Filme am Ende dann aber doch nicht, weil es sie nämlich (noch) überhaupt nicht gibt.

Bei der Ausstellung, die sich „Pitch“ nennt, handelt es sich in der Tat um eine Art „vidéothèque de films qui n’existent pas (encore)“. Mit „Pitch“ ist in der Sprache der Medien an sich das Anpreisen eines Filmkonzepts gemeint.

Genauer geht es darum, die Idee zu einem Film vor Repräsentanten eines Studios beziehungsweise Produzenten der Film- und Fernsehindustrie zu propagieren, dies mit dem Ziel, sie als Investoren für die anschließende Umsetzung zu gewinnen.

Zwei Berufe im Fokus

In der Expo, die am Donnerstagabend eröffnet wurde, wird eine Auswahl an Filmen gezeigt, folglich aber nicht auf der Leinwand, sondern vielmehr anhand ihrer Grafik und dem passenden Werbematerial veranschaulicht. Dadurch wird der entsprechende Film verstanden, erfasst und visualisiert, ohne dass man ihn gesehen hat. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zwei Berufe, die ganz zu Beginn des Filmprojekts zum Einsatz kommen. Lange bevor die Kameraleute und die Schauspieler ihre Arbeit am Set aufnehmen, wird der Drehbuchautor aktiv und schreibt das Script. Die Arbeit des Grafikers zur Darstellung des Projekts, das entstehen soll, spielt auf der anderen Seite eine wesentliche Rolle. Beide Parts haben im Rahmen der „Pitch“-Expo ganze Arbeit geleistet. Vom Drama über die Komödie und dem Animationsfilm ist bis hin zum Science-Fiction und Horrorfilm in diesem Videoclub alles zu finden, in Zahlen ausgedrückt rund 50 Projekte. Die besten davon wurden während der Ausstellungseröffnung am Donnerstag ausgezeichnet.

Fantasie spielen lassen

Durch die Ausstellung, die im Jahr 2016 von Produzent und Filmemacher Fred Neuen initiiert und nun im Rahmen des „Luxembourg City Film Festival“ organisiert wird, soll die Fantasie angeregt werden. Die Besucher sollen sich den Film aufgrund dieses „Basis-Pitch“ vorstellen, ohne ihn überhaupt gesehen zu haben.

Ausgezeichnete Projekte

Für die Teilnehmer ging es, wie erwähnt, auch um Preise. 24 Projekte von Drehbuchautoren/Illustratoren hatten es in die „Sélection officielle“ geschafft. Dort winkten Geldpreise in Höhe von 2.000, 1.000 und 500 Euro. Weitere 14 Projekte gingen in der „Sélection Jeunes Talents“ an den Start. Sie waren von Studenten der BTS-Klassen („Réalisateurs graphiques et Animation“) des „Lycée des Arts et Métiers“ realisiert worden. In dieser Kategorie wurden die Gewinner mit Festivalpässen sowie „Rotondes“-Gutscheinen belohnt. Fred Neuen hat mit Grafik-Designer Jeff Poitiers ein Dutzend weiterer Projekte „hors concours“ zur Expo beigesteuert.

Im offiziellen Wettbewerb machte schließlich Kirill Mitsurov mit seinem „The Light of Darkness“ das Rennen, derweil Arthur Loyen, Joana Giesen und Julien Ramos für ihr „Brûme“ in der Kategorie der Nachwuchstalente ausgezeichnet wurden.

Der Jury gehörten indes Gladys Lazareff, Direktorin des „Luxembourg City Film Festival“, Steph Meyers, Direktor der „Rotondes“, Bernard Michaux, Produzent, Fred Neuen und Jeff Poitiers an.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 4. März. Öffnungszeiten: donnerstags bis samstags von 15.00 bis 19.00, sonntags von 12.00 bis 18.00 (an diesem Sonntag ist die Expo geschlossen). Mehr Infos unter www.rotondes.lu