LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Der Oscargewinn war das Highlight des Film Fund-Jahres 2014

Der Oscar für „Mr. Hublot“ und mehrere luxemburgische Koproduktionen, die für internationale Filmpreise nominiert waren: Das Film Fund-Jahr 2014 verdient mit Sicherheit das Siegel „sehr erfolgreich“. „Der Oscargewinn gab der ganzen Filmszene eine neue Dynamik“, betonte Direktor Guy Daleiden, der, trotz anhaltender Hitze, mit Sakko und guter Laune gestern die Jahresbilanz des Film Fund präsentierte. Neben dem erfolgreichen Abschneiden luxemburgischer Produktionen und Koproduktionen bei ausländischen Wettbewerben und Festivals erinnerte Daleiden auch an die Gesetzesänderung, die die Abschaffung der audiovisuellen Zertifikate einleitete. 59 von 122 eingereichten Projekten hat der Film Fund im letzten Jahr finanziell unterstützt: 37 erhielten eine „Aide à la Production“, 22 eine „Aide à l‘écriture“. Knapp 40 Millionen Euro flossen in diese 59 Filmprojekte. Die Entscheidung, welche Produktionen zurückbehalten werden, trifft das „Comité de sélection“, das die Dossiers auf Herz und Nieren prüft. Diese werden heute nur noch in digitaler Form eingereicht. 57.000 Euro flossen in transmediale Projekte, die Zahl solcher Dossiers, die eingereicht werden, steige, heißt es im Film Fund.

Die 136.500 Euro der „Aide à la promotion“ wurden unter 16 Produktionen aufgeteilt; 107.000 Euro wurden an „Subsides divers“ ausgezahlt, oft kommen Akteure aus der Filmbranche, die sich in Seminaren oder Workshops weiterbilden möchten, in den Genuss einer solchen Förderung.

Festivalpräsenz

Wie in den Jahren zuvor hatte der Film Fund auch 2014 seine Zelte auf dem Filmfestival in Cannes und dem Festival d’Animation Annecy aufgebaut. Im französischen Annecy wurde vor ein paar Jahren eine zweite Präsenzplattform für die Schüler des „BTS Dessin d’Animation“ des „Lyçée Technique des Arts et Métiers“ errichtet

Eine Art Kundenwerbung betrieb man vor der eigenen Haustür und in Asien. In Utrecht hatte der Film Fund ein Treffen zwischen luxemburgischen und niederländischen Produzenten auf die Beine gestellt, um den Austausch anzukurbeln und zu fördern. Eine Delegation des Film Fund war Teil der Wirtschaftsmission in Japan, um dort die luxemburgische Filmindustrie vorzustellen. Mit Produzent Paul Thiltges arbeitet der Fund zusammen, um den Vertrieb der luxemburgischen Filme im Ausland zu fördern.

Als „sehr gut“ bezeichnete Guy Daleiden die Kooperation mit dem Fernsehsender RTL, mit dem der Film Fund, nach den Sitcoms „Weemseesdet“ und „Comeback“, mit der aktuellen Serie „Rout Wäiss Gro“ bereits ein drittes gemeinsames Projekt gestartet hat.

Am 7. März 2016 organisiert der Film Fund gemeinsam mit der Filmakademie die 6. Ausgabe des „Lëtzebuerger Filmpräis“. Man werde dieses Mal nicht in einem Gebäude feiern, das abgerissen wird, erklärte Daleiden mit einem Lachen. Das „Grand Théâtre“ wurde zur Kulisse des Filmpreises auserkoren, vor einem Jahr wurden die Filmschaffenden im ehemaligen Monopol-Kaufhaus in Gasperich geehrt, das kurz nach der Verleihung der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist.

Daleiden kündigte gestern eine Welle von Neuerscheinungen luxemburgischer Produktionen und Koproduktionen für den Herbst an, unter anderem „Le Tout Nouveau Testament“. Am 7. Dezember dieses Jahres feiert die nationale Filmwelt den 25. Geburtstag des Film Fund; am 10. und 11. November trifft sich die Branche zu den „Assises du Cinéma“.


www.filmfund.lu