LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Versicherung aus Kenia erhält mit 100.000 Euro dotierten 10. European Microfinance Award

In Kenia macht der Klimawandel den Menschen zu schaffen. Wo früher zweimal im Jahr geerntet werden konnte, bedrohen jetzt sowohl Starkregen als auch Dürren die Versorgung mit dem Notwendigsten. Das trifft vor allem die Kleinbauern hart, zu denen über 75 Prozent der in der Landwirtschaft beschäftigten gehören. Den einen stirbt das Vieh, die anderen ernten nichts. In solchen Fällen hilft die APA Versicherung. Die kenianische Einrichtung zahlt ab einem bestimmten, indizierten Ernte-Ausfall oder Viehtod zurück und wird dabei von der Regierung unterstützt. Um zu messen, ob der gemeldete Ernteausfall den Tatsachen entspricht und die Indices zu erstellen, greift APA auf Satellitendaten zurück. Rund 350.000 Familien sind bei APA versichert. Für viele ist es die einzige Möglichkeit, zu überleben, wenn der Klimawandel ihnen die Grundlage dazu raubt.

Genau darum ging es gestern bei der feierlichen Verleihung des 10. Europäischen Mikrofinanzpreises in den Räumen der Europäischen Investitionsbank (EIB). Seit 2008 zeichnet sie Mikrofinanzinstitutionen weltweit aus. Seither sind über 15,5 Millionen Euro an 78 Initiativen geflossen. Sie müssen sich immer unter einem wechselnden Gesichtspunkt bewerben. In diesem Jahr war das Widerstand gegen den Klimawandel. 49 Institutionen aus 27 Ländern hatten ihre Bewerbung eingereicht. Drei Finalisten durften nach Luxemburg reisen. Neben dem Sieger APA, der mit 100.000 Euro Preisgeld nach Hause geht, erhielten auch Aski aus den Philippinen und FDL aus Nicaragua als zweite und dritte je 10.000 Euro Preisgeld. Während Aski vor allem Hilfe nach Stürmen bringt und Überbrückungskredite sowie Rat zur Verfügung stellt, arbeitet FDL in der Landwirtschaft nicht nur mit Mikrokrediten, sondern auch mit Beratung, beispielsweise für selbst hergestellte Biodünger oder nachhaltige Wassernutzung.

„Die Wahl des Preisträgers war in diesem Jahr sehr schwierig und die Jury hat lange diskutiert“, verriet Paulette Lenert. Die Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten überreichte den Preis an den APA CEO Ashok Shah und unterstrich, wie wichtig die inklusive Rolle der Mikrofinanz sei. Shah wiederum betonte, APA wolle das Land stark im Kampf gegen den Klimawandel machen. „Dieses Jahr ist es besonders schlimm gewesen“, unterstrich er. Dabei sei gerade die Landwirtschaft die wichtigste Einnahmequelle für die meisten Kenianer.

Die Überreichung der Auszeichnung fällt in die Europäische Woche der Mikrofinanz. Er wird unterstützt von der European Microfinance Plattform (e-MFP) sowie dem Inclusive Finance Network Luxembourg (InFiNe) und dem Luxemburger Außenministerium und Lenerts Ministerium. Um zu zeigen, welche langfristige Wirkung er erzielt, kamen auch ehemalige Laureaten zu Wort, bevor bei einem Empfang angestoßen wurde.