CLAUDE KARGER

„D’Kierch vu Lëtzebuerg ass dem Erny Gillen zu groussem Dank verflicht“, meinte der Erzbischof im März 2015 bei der Verabschiedung seines Generalvikars, der sich heute als Moral-Industrieller betätigt. Des Oberhirten Meinung mag Gillens Vorgänger aber so gar nicht teilen, wie am Samstag im RTL-Radio zu hören war, habe der Franziskus-Formel-Apostel doch bei der Konvention mit dem Staat Hollerich zu Ungunsten der Katholika „den Aarm gebéit“ und sich dann fieserweise aus dem Staub gemacht. „Fies“ waren laut Schiltz aber natürlich vor allem jene, die ihm zufolge unter Einfluss irgendwelcher Atheisten Priestergehälterfrage beim Referendum stellen wollten und das Erzbistum quasi mit „vorgehaltener Pistole“ zur Konventionsunterzeichnung gezwungen hätten, die dann „wie ein Blitz aus dem Himmel“ gefallen sei, ohne dass man das Volk gefragt habe. Ach, hätte man es bloß getan! Scharfe Schelte gab es auch für die „Wort“-Bosse, die „eine gewisse Zensur“ gegenüber Kritikern hätten walten lassen. Ein ganz fieser Komplott gottloser Kräfte demnach, die es wagten, traditionelle Machtgefüge aufzubrechen. Fies wie nie tobt indes der Kampf um Macht und Geld innerhalb der Kirche. Bei einem „Zukunftstisch“ soll wieder „konstruktiv“ miteinander gestritten werden, so der fromme Wunsch des Ex-Generalvikars. Ganz basisdemokratisch und unfies versteht sich.