LUXEMBURG
SVEN WOHL

ArcelorMittal übergibt Forschungswalzwerk an das „Luxembourg Science Center“

Die Digitalisierung und neue Technologien machen zahlreiche altgediente Werkzeuge weniger nützlich. Ein Forschungswalzwerk, das 1988 gebaut wurde, und über 30 Jahre seinen Dienst tat, ist heute durch diese Fortschritte obsolet geworden. Auch wenn es für die ursprüngliche Bestimmung nicht mehr interessant ist, kann es immer noch von Interesse sein. Deshalb schenkt ArcelorMittal die Einrichtung dem „Luxembourg Science Center“. Hier soll es den Besuchern ermöglichen, einen Einblick in wissenschaftliche und technologische Entwicklungen zu erhalten, so die Pressemitteilung des „Luxembourg Science Center“.

Walzen mit Geschichte

Den Betrieb nahm das Walzwerk 1990 bei „Arbed Recherche“ auf. Die Walze hat einen Maßstab von eins zu sechs und soll dazu dienen, die Produktion neuer Produkte zu testen. Wenn diese Probeversuche erfolgreich verliefen, konnten die Langproduktwalzewerke in Belval, Differdingen und Rodange die Produktion starten. So wurden beispielsweise Belvals Spuntwände von 660, 700 und 800 Millimeter entwickelt.

Beim Forschungswalzwerk kam Blei zum Einsatz. Dieses Material hat zum Vorteil, dass es bei Raumtemperatur verformbar ist. Es muss also nicht wie Stahl auf zwischen 950 und 1.100 Grad Celsius erhitzt werden. Mehrere Dutzend Rollzylinderkäfige helfen, das gesamte Stahlwerk im kleineren Maßstab zu reproduzieren.

So nützlich und erfolgreich diese kleine Version auch war, kann sie den neuen, digitalen Gegenstücken nicht mehr das Wasser reichen. Diese erreichen mittlerweile bessere Endresultat bei einem Bruchteil des Zeitaufwandes. Nun darf das Werk an neuem Ort wichtige Prinzipien demonstrieren: Die Notwendigkeit des „Re-Tooling“ etwa, wobei Ausrüstung und Fähigkeiten von Arbeitern an neue Umgebungen angepasst werden. Auch wie die Optimierungen von Herstellungsverfahren erfolgen und wie Walzwerke funktionieren können so den Besuchern vermittelt werden. In den Gebäuden der früheren Gaszentrale und des Wärmekraftwerks sollen Besucher in einer späteren Phase in einer einstündigen Show den gesamten Walzprozess erleben können.