PASCAL STEINWACHS

Der Erzbistumszeitung ist aber auch gar nichts mehr heilig. Derweil sie sich auf ihren vorderen Seiten beklagt, dass es in puncto Frauen in Kommunen noch gehörig „Luft nach oben“ gebe, kredenzt sie ihrer Leserschaft - vor gar nicht allzu langer Zeit lehnte die Zeitung sogar noch harmlose Werbung für Unterwäsche ab - in ihrem Kulturteil doch tatsächlich „Hoden zum Frühstück“. Im dazugehörigen Artikel wird es dann noch blutiger: „Sheila strotzt vor Energie, Woll- und Fleischeslust“ und sehnt sich deshalb auch nach „Menschenfleisch - und zwar lebendiges Menschenfleisch“. Pfui!

Wir wissen nicht, was CSV-Chef Marc Spautz so alles frühstückt, aber Hoden sind es wohl definitiv nicht. Gegenüber dem „Quotidien“ zeigte er sich jetzt aber enttäuscht, dass sein Aufruf an die CSV-Abgeordneten, doch bitte auch an den Gemeindewahlen teilzunehmen, nicht gerade von Erfolg gekrönt war: „On ne peut pas prendre uniquement, il faut aussi savoir donner“. Und: „Sans le parti, aucun de nous ne se trouverait là où il est aujourd’hui“. CSV-Tweet-König Laurent Mosar stellte seinerseits jetzt auf Twitter ein für alle Mal klar, dass er vom Herzen her ein Konservativer ist: „Meine Tweets sind in der Form und im Inhalt seit Jahren genau dieselben!“. Das ist doch mal ne Aussage...