NIEDERANVEN
PATRICK VERSALL

Winterprogramm des Kulturhaus Niederanven

Mehr als 20 Workshops kann man in dem neuen Programmheft des Kulturhaus Niederanven finden. Kurse, in denen Junge und Ältere Wissen aufnehmen und neue Fertigkeiten erlernen können bietet das Haus seit einigen Jahren äußerst erfolgreich an. Den einen oder anderen Kunstinteressierten, der zum ersten Mal einen Blick auf das Programm des Hauses vor der Hauptstadt wirft, wird in der Tat stutzig, wenn er in der Broschüre nachliest, dass in Niederanven, wo in der Regel Größen aus der luxemburgischen Theater- und Musikwelt wie Jules Werner oder Paul Fox auf der Bühne stehen, auch Näh- und Strickkurse angeboten werden. Die Nachfrage besteht, die Workshops werden auch von Teilnehmern besucht, die nicht in oder um Niederanven leben. Über die Ateliers würde eine ganze Reihe Teilnehmer auf das Kulturprogramm aufmerksam werden und irgendwann dann auch zu Vernissagen kommen oder sich in Konzerte setzen, heißt es im Kulturhaus Niederanven, wo gestern Morgen das Winterprogramm vorgestellt wurde.

Spinnenausstellung

Heute Abend startet mit der Vernissage der Ausstellung von Julia Schmid und Chris Bierl das Kafka-Projekt. Schmid fokussiert sich in ihren Arbeiten auf die Wichtigkeit der Handschrift in Zeiten, wo die Mehrzahl der Texte elektronisch geschrieben wird. Bierl verarbeitet auf seinen großformatigen Bildern Vulkanerde aus Japan. Lebende Gottesanbeterinnen haben sich auf den Werken angesiedelt. Das Projekt besteht neben der Ausstellung auch aus der Theater-Eigenproduktion „Kafka - das Grauenhafte des bloß Schematischen“, die am 1., 2. und 3. Oktober gespielt wird. Dem Theaterstück liegen die Tagebücher des Autors zugrunde. Es handele sich um ein Experiment, erklären die Verantwortlichen des Kulturhauses, ständig würden Änderungen vorgenommen werden. Die Fassung des Stücks, die am dritten Tag gezeigt wird, unterscheidet sich wahrscheinlich von jener, die am ersten Abend inszeniert wird. DenTheater.lu bringt ab dem 25. Oktober Yasmina Rezas berühmtes Bühnenstück „Der Gott des Gemetzels“ nach Niederanven. Die Protagonisten reden in „Gemetzels“ Luxemburgisch, die Autorin erlaubt zurzeit keine Inszenierungen auf Französisch . Seitens des Theaters ist man aber froh, dass die Autorin nichts gegen eine Inszenierung auf Luxemburgisch einzuwenden hatte.

Das Haus bietet auch weiterhin jungen luxemburgischen Nachwuchsmusikern Auftrittsmöglichkeiten, Schlagzeuger Paul Fox tritt in der Winterspielzeit gleich zweimal an: Im November mit Claudine Muno und John Schlammes als Crinan Wood, im Februar mit seinem Paul Fox Collective.


Details zum Winterprogramm finden Sie unter www.khn.lu